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Von der Vereinskultur in Alsweiler

Von der Vereinskultur in Alsweiler

Ein Buch über die Geschichte der dörflichen Vereinskultur soll entstehen. Dieses Projekt hat das Geschichtsforum Alsweiler jetzt angepackt. Und ist es auf Hilfe der Vereine und Bürger angewiesen, die Dokumente wie Fotos zur Verfügung stellen.

In den kommenden Jahren soll in Alsweiler die Geschichte der dörflichen Vereine erforscht und in einem Buch dokumentiert werden. Um diese Arbeit zu steuern, hat sich ein Koordinationsteam aus Vertretern mehrerer Vereine gebildet. Wie die Vereinsgemeinschaft Alsweiler und das Geschichtsforum Alsweiler als federführende Organisationen mitteilten, soll zunächst im Laufe eines Jahres, und zwar bis Ostern 2016, vor allem Informationsmaterial in Form von Dokumenten, Fotos oder Veröffentlichungen zur Geschichte jedes einzelnen Vereins gesammelt werden. Danach werden diese Unterlagen unter der Regie des Geschichtsforums Alsweiler (früher Verein für Heimatkunde) zu Beiträgen verarbeitet und mit entsprechenden Illustrationen versehen.

Bei einer konstituierenden Sitzung im Hiwwelhaus waren die Vertreter der Vereine sich einig, dass dies eine langwierige und schwierige Aufgabe sein werde. Sie sei aber jetzt notwendiger denn je, weil der fortschreitende Wandel des Lebensstils zu einem starken Rückgang des Engagements in den Vereinen geführt habe, vor allem bei jüngeren Menschen. Deshalb sei es jetzt noch möglich, die Aktivitäten der verschiedensten Organisationen in den vergangenen Jahrzehnten und auch in der Gegenwart zu dokumentieren. In ein paar Jahren wäre es dafür vielleicht schon zu spät.

Die Teilnehmer der Versammlung richteten an die Mitglieder aller Vereine und an die gesamte Dorfbevölkerung die Bitte, sich an dieser Gemeinschaftsaktion zu beteiligen und beispielsweise Fotos, Schriftstücke, Gegenstände oder Gerätschaften zur Verfügung zu stellen, die mit den Aktivitäten der dörflichen Vereine in Verbindung stehen. Die einzelnen Vereine und ihre Vorsitzenden wurden gebeten, in ihrer Organisation jeweils eine Person als Ansprechpartner für die Mitglieder des eigenen Vereins und für das Koordinationsteam zu benennen. Dies ist in vielen Fällen bereits geschehen. Diejenigen Vereine, die bisher noch niemanden gemeldet haben, sollen in der nächsten Zeit kontaktiert werden.

Der Appell betrifft nicht nur die 27 Mitgliedsvereine der Vereinsgemeinschaft Alsweiler , sondern auch andere Gruppierungen wie etwa den Pensionärsverein oder verschiedene kleinere Sportler-Vereinigungen, Freizeitvereine und Hobby-Clubs. Eine Ausnahme bilden die kirchlichen Vereine, deren Geschichte bereits 2005 in einem Buch zur 200-jährigen Geschichte der Pfarrei Alsweiler dargestellt wurde.

Die Gründung, der Aufstieg und der Niedergang der dörflichen Vereine ergäben ein faszinierendes Spiegelbild der sozialen und gesellschaftlichen Entwicklung in unserem Land, erklärte der Vorsitzende des Geschichtsforums, Klaus Brill, bei dem Treffen. Zum Beispiel seien Sportvereine , Theatervereine oder Wander- und Musikvereine nicht zufällig nach dem Ersten Weltkrieg entstanden, als in Deutschland der Acht-Stunden-Tag eingeführt worden war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg seien Tennisclubs, Lauftreffs und andere neuartige Sportvereine aufgekommen, als immer mehr Menschen in ihrem Berufen immer weniger körperlich gefordert wurden. Weit über Alsweiler hinaus sei deshalb ein Buch über die Entwicklung der dörflichen Vereinskultur von Bedeutung für die Frage, ob diese gerade für das Saarland sehr spezielle Form des gemeinschaftlichen Engagements an ihr historisches Ende komme oder ob sie eine Überlebenschance habe.