Kormorane fressen Weiher leer

Schwarzerden. Kormorane sind schuld daran, dass das Finanzloch im Freisener Haushalt in diesem Jahr noch ein bisschen größer ausfällt. Der Grund dafür ist ganz einfach: Die geschickten schwarzgefiederten Taucher haben die Weiheranlage des Angelsportvereins Schwarzerden nahezu leer gefressen

Schwarzerden. Kormorane sind schuld daran, dass das Finanzloch im Freisener Haushalt in diesem Jahr noch ein bisschen größer ausfällt. Der Grund dafür ist ganz einfach: Die geschickten schwarzgefiederten Taucher haben die Weiheranlage des Angelsportvereins Schwarzerden nahezu leer gefressen. Dadurch fallen dem Verein Einnahmen weg und er wird, wie sein Vorsitzender Heinz Wagner erklärt, die Gemeindeverwaltung um die Stundung der Jahrespacht bitten - immerhin 1100 Euro, die die Schwarzerdener Angler jährlich zahlen müssen. Das sind allerdings nicht die einzigen Kosten, die der Verein mit seinen 36 Mitgliedern tragen muss. Allein im vergangenen Jahr hat er für 2500 Euro Jungfische gekauft und in den Weiher gesetzt. Diese Schleien, Rotfedern, Rotaugen oder auch Karpfen, zehn bis 15 Zentimeter lang, sind, davon geht der Vorsitzende aus, komplett in den Mägen der Kormorane gelandet. Lediglich Hechte und Zander, über 45 Zentimeter groß, und wenige Kleinfische hätten die Beutezüge der gefiederten Räuber überlebt. Bis zu 46 Kormorane seien in den vergangenen Monaten am Weiher aufgetaucht und hätten sich satt gefressen. Zu Anfang habe man die Tiere noch verscheuchen können. Die hätten aber rasch gemerkt, dass ihnen von den Menschen am Ufer keine ernsthafte Gefahr droht.Als es im Weiher, er ist rund 1,3 Hektar groß, für die Vögel nichts mehr zu holen gab, blieben sie weg. Ab und an, so berichtet Wagner, taucht ein einzelner Kormoran auf den Anlage auf. Das sei wohl ein Späher, der nachsehe, ob es im Weiher wieder etwas zu holen gibt, vermutet der Vorsitzende.Er sehe keine Möglichkeit, einen Weiher dieser Größe vor den Fischräuber zu schützen. Zudem stünden Kormorane unter Schutz und dürften nicht bejagt werden. Dieser Schutz, der einmal sinnvoll gewesen sein mag, müsse schnellstens abgeschafft werden, fordert Wagner. Die Vögel hätten sich in den vergangenen Jahren derart vermehrt, dass sie zu einer Plage geworden seien. Die Vögel, die pro Tag bis zu 500 Gramm Fisch vertilgen, gefährden nach Ansicht Wagners den Fischbestand nicht nur in den Weihern, sondern auch in Bächen und Flüssen. Kormorane, danach habe er sich bei älteren Einwohnern erkundigt, habe es in den vergangenen 50 bis 60 Jahren in Schwarzerden und Umgebung nie gegeben. Damit die einheimischen Fischarten nicht nachhaltig gefährdet werden, fordert der Vereinsvorsitzende, dass sich die Geschädigten in Zukunft besser gegen den Kormoranbefall wehren können. Dafür müsste der Gesetzgeber sorgen.