Sie sind auf den Hund gekommen

Sie sind auf den Hund gekommen

Völklingen. Auf den Hund gekommen ist Hans Agostini schon lange. Sein "Herzblatt", wie der Wirtschaftskreis-Vorsitzende und Völklinger Geschäftsmann gerne seine achtjährige Schäferhündin Kora nennt, rangiert in der Familienhierarchie "gleich direkt hinter meiner Frau". Hündisch ergeben ist Agostini dem Tier trotzdem nicht

Völklingen. Auf den Hund gekommen ist Hans Agostini schon lange. Sein "Herzblatt", wie der Wirtschaftskreis-Vorsitzende und Völklinger Geschäftsmann gerne seine achtjährige Schäferhündin Kora nennt, rangiert in der Familienhierarchie "gleich direkt hinter meiner Frau". Hündisch ergeben ist Agostini dem Tier trotzdem nicht. "Hund soll Hund bleiben", sagt er. Und auf eine gute Erziehung legt er Wert, der Hund muss aufs Wort hören.Peinlich ist Agostini, wenn er mit Kora spazieren geht und an einem Hundehaufen vorbei kommt: "Die Leute könnten meinen, das wäre mein Hund gewesen." Dabei verrichtet Kora ihr Geschäft prinzipiell im Garten oder während eines Spaziergangs über Feld, Wald und Flur. Gerade ist Kora übrigens etwas Schlimmes beim Gassi gehen passiert, wie ihr Herrchen am Freitag berichtete. Zerbrochenes Glas lag in der Wiese, und Kora verletzte sich so schwer an der Pfote, dass die Wunde genäht werden musste. Anlässlich des Tags des Hundes, so lässt sie ihr Herrchen ausrichten, bittet sie die Zweibeiner, keine Glasscherben mehr in der Natur liegen zu lassen.

Jack-Russel-Terrier Benny hat einen wichtigen Platz im Leben von Reisebüro-Mitinhaber Norbert Degen. Er begleitet sein Herrchen täglich in die Karl-Janssen-Straße, wo er in einem Nebenraum des Reisebüros auf seiner rot-gün gestreiften Decke liegen darf. Ungewöhnlich für einen lebhaften Jagdhund, denn das sind Jack-Russel-Terrier. "Er ist eben ein ungewöhnlich lieber Hund", macht Degen Komplimente, und habe von jung auf eine gute Erziehung genossen. Auch am kommenden Sonntag, das ist gute Sitte, verschafft sich das Zweiergespann nach dem gemeinsamen Frühstück Bewegung an der frischen Luft. Vorher aber gibt es noch wie jeden Sonntag ein geschlagenes rohes Ei, "das liebt Benny über alles" und soll, so Degen, außerdem einen Nutzwert haben. Es mache ein gesundes Fell. Übrigens schlabbert auch Schäferhündin Kora ein sonntägliches Ei, Agostini erklärt, dass "es gekocht wird und mit der Schale zerkleinert".

Völklingens Bürgermeister Wolfgang Bintz lobt seine Labradore Lotte und Emil in den höchsten Tönen. Die fünfjährige Lotte hat es sogar zum Therapiehund gebracht und ist dauernd bei der Lebenshilfe Völklingen angefragt. Sie helfe etwa Kindern, die Motorik zu verbessern, aber auch das Selbstwertgefühl steige, wenn man einem Hund Kommandos geben darf, erklärt Bintz, dessen Frau mit Lotte arbeitet. Bis Lotte soweit war, bedurfte es einer umfangreichen Ausbildung, zu der unter anderem ein Wesenstest gehört, "ein Therapiehund darf nicht erschrecken", erklärt Bintz. Sanft geht Lotte auch mit dem zweijährigen Emil um, "die beiden sind so friedlich miteinander", begeistert sich ihr Herrchen und kommt ins Philosophieren: "Da können sich die Menschen etwas abschauen." Auch ihre Körbchen tauschten die beiden gelegentlich: "Emil schläft lieber in Lottes." Am Sonntag, verspricht Bintz, bekommen sie als Leckerli eine Banane, weil es ihr Ehrentag ist.

Schlimme Zeiten hat der Schnauzer-Mix von MonikaRoth erlebt. Der sechs Jahre alte Sam war schon bei drei Pflegefamilien und in drei Tierheimen, bevor er als Familienmitglied von den Roths adoptiert wurde. "Er bedankt sich jeden Tag bei mir für sein Essen, schubst mich dann mit der Schnauze an", berichtet Völklingens Ortsvorsteherin. Auch für ihren fast blinden Vater sei er zum Therapiehund geworden, gebe dem alten Mann gewissermaßen neuen Lebensinhalt. Was Sam außer seiner Familie noch sehr liebt: das sonntägliche weich gekochte Ei unter Brot gemischt.

Kreisjägermeister Heiner Kausch ist derzeit hundelos: "Mein Willy (benannt nach Altbundeskanzler Willy Brandt) ist vor zwei Wochen gestorben, die Brust war voller Tumore", berichtet er und scheint richtig traurig: "Willy war mein Mitarbeiter, wir waren doch den ganzen Tag zusammen. Da hängt man schon dran." Zumindest habe der Hund zuletzt nicht gelitten, ganz viel Lyoner und Zuwendung bekommen. Anfang Juli wird der Westfalenterrier Ludwig, noch ein Welpe, einziehen. Ludwig sei im Gegensatz zu Willy ein Vollgebrauchshund, universell einsetzbar, also auch für die Treib- und Ansitzjagd. Kausch freut sich schon: "Ich stelle mir vor, wie wir auf dem Hochsitz nebeneinander sitzen und uns gegenseitig wärmen."Foto: SZ/privat

Foto: Becker & Bredel

Auf einen Blick

Am Sonntag, 3. Juni, findet deutschlandweit der Tag des Hundes statt. Damit würdigen der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) und seine Mitgliedsvereine die besondere Rolle des Hundes in der Gesellschaft, das Verhältnis von Tier und Mensch. Diesjähriger "Botschafter des Hundes" und Schirmherr ist Schauspieler und Hundefreund Ralph Herforth. Er folgt damit auf Erol Sander (2011) und Nina Ruge (2010).

In Wehrden lädt der Hundeverein an diesem Sonntag ab neun Uhr zum Tag der offenen Tür auf sein Gelände im Gewerbegebiet Vorderster Berg ein. Es gibt bis 16 Uhr Vorführungen zur Hundeausbildung und Wettbewerbe um das "Wehrdener Superauge", den Superflieger, die Supernase, den Spuersprinter und die "Wehrdener Schönheit 2012". red

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