Kommunalpolitiker suchen ihr Profil

Kommunalpolitiker suchen ihr Profil

Unüblich scharfe Gefechte lieferte sich der Nonnweiler Gemeinderat. Meinungsverschiedenheiten austragen - das gehört zum demokratischen Selbstverständnis. Doch Tonlage und Wortwahl wie zuletzt unter den Kommunalpolitikern hier lassen daran zweifeln, ob es tatsächlich ausschließlich um die Sache ging. Die CDU attackierte Bürgermeister Franz-Josef Barth

Unüblich scharfe Gefechte lieferte sich der Nonnweiler Gemeinderat. Meinungsverschiedenheiten austragen - das gehört zum demokratischen Selbstverständnis. Doch Tonlage und Wortwahl wie zuletzt unter den Kommunalpolitikern hier lassen daran zweifeln, ob es tatsächlich ausschließlich um die Sache ging.Die CDU attackierte Bürgermeister Franz-Josef Barth. Was davon in Erinnerung bleibt, ist nicht die konträre Haltung zum Sparen in der Kommune, sondern das die Union die Rede des von der SPD unterstützten Rathauschefs mit karnevalistischen Büttenreden gleichsetzte. Sprich: statt sachlicher Kritik ein derber Schuss Polemik.

Das ohnehin temperamentvolle Auftreten der FWG nutzte sodann die SPD aus, piesackte mit gezielt verbalen Nadelstichen. Die Freien Wähler taten den Sozialdemokraten den zu erwartenden Gefallen und sprangen entsprechend gereizt darauf an.

Einen Rundumschlag vollführte der FDP-Vertreter, wischte mit einem Handstreich das Papier des Verwaltungschefs in Gänze von seinem Tisch. Was die SPD erneut auf den Plan rief. Der Liberale solle sich klein halten, schließlich sei er monatelang im Rat nicht aufgetaucht. Von einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dessen Vorwürfen keine Spur.

Über den kurz vorm Explodieren stehenden Wutkopf bei der SPD frotzelte dann noch wenig inhaltlich der Linke-Politiker.

Der Eindruck bleibt, dass die Parteien in einer Selbstfindungsphase stecken. Mal gespannt, wann ihre Vertreter ihr Profil erspähen und zur sachlichen Debatte zurückkehren.

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