1. Saarland

Sechs Gemeinschaftsschulen geplant

Sechs Gemeinschaftsschulen geplant

St. Wendel. Ab kommendem Schuljahr werden aus den Erweiterten Realschulen (ERS) und Gesamtschulen im Saarland Gemeinschaftsschulen. Dafür muss das Schulordnungsgesetz geändert werden. Damit diese Gemeinschaftsschulen auf Dauer Bestand haben, müssen sie in den Klassenstufen 5 bis 9 insgesamt 250 Schüler zählen

St. Wendel. Ab kommendem Schuljahr werden aus den Erweiterten Realschulen (ERS) und Gesamtschulen im Saarland Gemeinschaftsschulen. Dafür muss das Schulordnungsgesetz geändert werden.Damit diese Gemeinschaftsschulen auf Dauer Bestand haben, müssen sie in den Klassenstufen 5 bis 9 insgesamt 250 Schüler zählen. Dies ist das Kriterium des Saar-Bildungsministeriums für einen geordneten Schulbetrieb. Bisher gab es eine Vorschrift für die Klassenanzahl innerhalb einer Jahrgangsstufe (Zügigkeit). Diese Drei-Zügigkeit-Vorschrift hatten längst nicht alle Schulen erreicht. Für diese galten Ausnahmeregelungen.

Fünf Jahre haben die Schulen ab Sommer Zeit, um die Zahl von 250 Schülern in den Klassenstufen 5 bis 9 zu erreichen. Derzeit steht außer der Primstaler Ringwallschule (wir berichteten) keine weitere ERS und Gesamtschule im St. Wendeler Land auf der Kippe. Primstal, mit 136 Schülern die kleinste ERS im Land, soll nach dem Ministerwillen auslaufen.

Mit Primstal gibt es zurzeit fünf ERS im St. Wendeler Land und zwei Gesamtschulen. Diese besuchen insgesamt 3906 Kinder und Jugendliche.

Außer der Ringwallschule hat die ERS Namborn-Oberthal zurzeit deutlich unter 250 Schüler. 205 zählt sie aktuell. 256 Schüler gehen aktuell in die ERS in St. Wendel. Diese ist die einzige echte Ganztagsschule im Landkreis.

Nicht zu vergessen: Eingerechnet in diese Zahlen ist auch die Klassenstufe zehn. Die künftige 250er-Marke ist aber laut Gesetzesentwurf in den Klassenstufen 5 bis 9 zu erreichen. Deutlich über diesem Wert liegen die anderen ERS und Gesamtschulen des St. Wendeler Landes.

Der Grenzwert von 250 gilt nicht mit Einführung der Gemeinschaftsschule. Auf SZ-Anfrage heißt es aus dem Bildungsministerium: "Das bedeutet, dass alle Erweiterten Realschulen und alle Gesamtschulen, auch die, die sich derzeit unter der Grenze von 250 befinden, als Gemeinschaftsschule eine Entwicklungszeit auch im Hinblick auf die Schülerströme bis zum Schuljahr 2016/2017 haben." Schulen, die dann die 250er-Marke nicht erreichen, können im Einvernehmen mit dem Landkreis als Schulträger geschlossen oder mit anderen Gemeinschaftsschulen zusammengelegt werden. Denkbar sei eine Kooperation benachbarter Schulen, so der Gesetzesentwurf.

Die zu kleinen Schulen könnten aber auch ausnahmsweise fortgeführt werden, wenn das Land als Schulaufsichtsbehörde und der Kreis als Schulträger dem zustimmen. Übrigens: Lehnt der Landkreis als Schulträger das Einvernehmen in einem solchen Fall ab, dann muss er 15 Prozent der Personalkosten für die Lehrer zahlen.

Landrat Udo Recktenwald (CDU), der sich klar gegen das Auslaufen der ERS in Primstal aussprach (wir berichteten), sieht für Namborn und St. Wendel gute Chancen, das Ziel 250 Schüler zu erreichen. Recktenwald: "Die neuen Gemeinschaftsschulen haben dafür ja fünf Jahre Zeit."

Recktenwald kritisiert aber andererseits, dass der Landkreis als Schulträger anderenfalls zum Einvernehmen gezwungen werde: "Sonst müssten wir 15 Prozent der Personalkosten übernehmen. Das sind aber freiwillige Ausgaben, die wir nicht leisten können."

Auf einen Blick

Überblick über die aktuellen Schülerzahlen und die Fünftklässler in folgenden Schulen:

Erweiterte Realschule (ERS) St. Wendel: 256 Schüler, Fünftklässler: 47 (plus 20 gegenüber dem vorigen Schuljahr).

ERS Freisen: 663 Schüler, Fünftklässler: 133 (plus 11).

ERS Schaumberg Theley: 596 Schüler, Fünftklässler: 68 (minus 17).

ERS Namborn-Oberthal: 205 Schüler, Fünftklässler: 22 (minus 14).

ERS Ringwallschule Nonnweiler: 136 Schüler, Fünftklässler: 17 (minus 5).

Gesamtschule Marpingen: 1047 Schüler, Fünftklässler 145 (plus 2).

Gesamtschule Türkismühle: 1003 Schüler, Fünftklässler: 149 (plus 44). vf