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Ausstellung im Haus Saargau: Was man aus Rohren alles machen kann

Ausstellung im Haus Saargau : Was man aus Rohren alles machen kann

Zu ihrer 29. Jahresausstellung laden die Künstler des Saarlouiser Kunstforums bis Anfang Juni nach Gisingen ein.

Kaiserwetter – was liegt da näher, als sich im Garten zu tummeln, der nicht nur sehr schön als Bauerngarten angelegt ist, sondern in dem es zurzeit Aufregendes zu sehen gibt. Das Saarlouiser Kunstforum, das seine Ausstellungsräume im Atelier des ehemaligen Museums Haus Ludwig vor zwei Jahren aufgeben musste und im Museum Haus Saargau, einem original restaurierten Lothringer Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert, eine zweite Heimat gefunden hat, zeigt dort ihre Gemeinschaftsarbeit „Freistehend“.

Bunt bemalte Stelen von unterschiedlichen Durchmessern in unterschiedlichen Größen haben den leicht ansteigenden Blumen-, Duft- und Gewürzgarten in einen Skulpturengarten verwandelt. Dabei handelt sich um subtil kolorierte Abwasserrohre aus Kunststoff, so dass eine gewisse Witterungsbeständigkeit und Haltbarkeit gesichert ist. Mal stehen diese Kunstobjekte einzeln, mal sind welche in Gruppen zusammengestellt. Wasser und Leben gehen gedanklich eine Symbiose ein. Ein gelungenes Projekt.

Die Kunstobjekte überraschen durch ihre Farbenvielfalt und ihr Design, die Vielfalt der Motive, die mal geometrisch, mal abstrakt, mal floral oder auch monochrom ausfallen. „Wie bei den Gemeinschaftsprojekten der zurückliegenden Jahre handelt es sich um Konzeptkunst, die darin besteht, alltägliche Gegenstände durch künstlerische Gestaltung zu Kunstobjekten zu machen . . . im Garten des Hauses Saargau treffen Form und Farbe, trifft das künstlerisch gestaltete Objekt auf die künstlerisch gestaltete Natur“, sagte Kathrin Prinz in ihrer Laudatio vor einer Vielzahl von Gästen.

Auch die neuen, modernen Kunstwerke der aktiven Mitglieder der Künstlergruppe an den naturbelassenen Bruchsteinwänden im Erdgeschoss, dem alten Gemäuer des Hauses, und auf dem ehemaligen Fruchtspeicher verfehlen ihre Wirkung nicht. Zu sehen sind große und kleinere Gemälde, Keramiken und Skulpturen, wobei einige besonders auf sich aufmerksam machen – so die Gemälde von Ulrike Rupp-Altmeyer, Maria Montnacher-Becker, Ingrid Brühl, Marlies Rath und Ruth Lünskens. Mit bunten, anmutigen Keramiken aus der Tierwelt begeistert Margarete Weiland-Asbach, und auch die hohen Tonstelen der Malerin und Objektkünstlerin Rita Burgwinkel sowie drei Arbeiten aus Steinzeug von Heidi Junges, die mit ihren eingeritzten Hieroglyphen an ägyptische Kunst erinnern, überzeugen. Es gilt, viel Neues zu entdecken.

Die Ausstellung ist bis 3. Juni zu sehen, montags bis mittwochs sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr, freitags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr.