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Sanierung der Brücke Ihn soll 2019 endlich starten

Streitfall : Neubau der Brücke soll 2019 starten

Die Pläne für den Ersatzneubau der Brücke in Ihn sind längst gemacht. Im kommenden Jahr könnte es endlich losgehen.

Seit ziemlich genau drei Jahren steht nun fest: Die Großbachbrücke in Ihn ist nicht mehr verkehrssicher und muss neu gebaut werden. Das Brückenbauwerk aus den 50er Jahren, einzige Querung über den Ihner Bach, kann auch nicht mehr saniert werden. Doch ein Baubeginn ist auch 2018 nicht in Sicht, obwohl er bereits für 2016 angekündigt wurde. Die Planungen verzögern sich Jahr um Jahr – dabei hat die Gemeinde Wallerfangen diesmal sogar das Geld dafür. Zum dritten Mal in Folge steht die Sanierung der Ihner Brücke nun im Haushalt, schon im März 2017 hat das Innenministerium einen Förderbescheid über 500 000 Euro für den Ersatzbau übergeben.

Warum es immer noch nicht losgeht, hat mit juristischen Problemen zu tun. Die Gemeinde Wallerfangen hat mit insgesamt zwölf Anliegern verhandelt, deren Grundstücke von den Bauarbeiten und der notwendigen Umleitung betroffen sind. „Mit einem Anlieger sind wir uns nicht einig geworden“, berichtet Bürgermeister Günter Zahn, trotz langer Verhandlungen und Zugeständnissen seitens der Gemeinde sei man zu keinem Ergebnis gekommen. Vom Wirtschaftsministerium sei ihm deshalb empfohlen worden, ein „Planfeststellungsverfahren mit Enteignung“, so der Fachbegriff, einzuleiten.

Dieses Verfahren, an dessen Ende die Enteignung des Eigentümers stehen soll, erfordere jedoch eine aufwändige Planung, erläutert Zahn. Mitte Mai werde diese dem Ministerium vorgelegt, anschließend erfolgt eine vierwöchige Offenlegung im Rathaus. „Wir rechnen mit einem positiven Verlauf im Oktober oder November“, sagt Zahn. Das bedeutet: Wenn alles nach Plan verläuft und keine Klage erfolgt, könnten die Bauarbeiten für die Umgehung nächstes Jahr im März oder April beginnen – vier Jahre, nachdem die Schäden festgestellt wurden.

Im Frühjahr 2015 hatte sich bei Arbeiten herausgestellt, dass die Brücke wegen mangelhafter Bausubstanz abgerissen und neu gebaut werden muss. Doch zunächst war nicht klar, wie der Verkehr über den Ihner Bach zu dem westlichen Ortsteil mit rund 60 Haushalten, Kirche und Friedhof umgeleitet werden soll. Die Umleitung muss für zwölf bis 15 Monate halten und auch Schwerlastverkehr zu den Bauernhöfen, Traktoren, Müllabfuhr und Feuerwehr tragen können.

Die Suche nach einer geeigneten Ersatzstrecke dauerte Monate: Der Umweg über eine bereits vorhandene Brücke musste schnell ausgeschlossen werden; das Landesamt für Arbeits- und Umweltschutz (LUA) prüfte insgesamt drei mögliche Trassen. „Aus bautechnischen Gründen und wegen Auflagen zum Beispiel des Umweltschutzes“, erklärt Zahn, blieb nur eine Strecke übrig, sie führt über Wiesen. Für den Bau der rund 500 Meter langen Ersatztrasse rechnet Zahn rund zwei Monate Bauzeit; sie wird nach Ende der Bauarbeiten komplett zurückgebaut. Direkt neben der alten Großbachbrücke wird für Fußgänger eine Notbrücke gebaut.

Das Baufeld misst insgesamt etwa 20 mal zwölf Meter. Offen sei noch, sagte Zahn, ob die neue Brücke als Aufleger oder in Einzelteilen vor Ort montiert werde. Die Gesamtkosten werden nach jetzigem Stand auf rund 500 000 Euro für den Brückenneubau und weitere 500 000 Euro für die Ersatztrasse geschätzt.

Akut einsturzgefährdet sei die alte Großbachbrücke laut Gutachten nicht, betonte Zahn: Als Sofortmaßnahme wurde 2015 die Fahrbahn auf der Brücke verengt, so dass nur einspuriger Verkehr möglich ist. So sei das Bauwerk entlastet, was anfangs geplante Stützen überflüssig mache.