Jubiläum : 50 Jahre Freibad Wallerfangen

Das Wallerfanger Freibad feiert runden Geburtstag. Am Mittwoch gibt es deshalb einen Festakt mit buntem Rahmenprogramm.

Wenn es draußen heiß wird, lockt die Abkühlung in Freibädern. Dass sie überhaupt entstanden sind, dafür sorgten Räte und Verwaltungen. Dass es sie immer noch gibt, daran arbeiten heute oftmals auch Bürger mit. Wie im Freibad Wallerfangen, das vor 50 Jahren eröffnet wurde.

Am 23. Mai 1968 begann der Bäderbetrieb im Blauloch unterhalb der Erdbeerfelder des Hansenberges. Es war zu dieser Zeit eines der modernsten Freibäder im Saarland. 1964 hatte der Wallerfanger Gemeinderat den Beschluss gefasst, 1965 kaufte er die notwendigen Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 2,5 Hektar. Der Trakt mit Kasse, Räumen für DLRG und Rotes Kreuz, Toiletten, Duschen und Umkleidekabinen entstand entlang der verlängerten Blaulochstraße, parallel zu den Becken. Beginnend mit dem Springerbecken, dessen Fünf-Meter-Rampe heute wegen unzulänglicher Beckentiefe gesperrt ist. Es folgt das 50 Meter lange und 25 Meter breite Schwimmerbecken und ein gleich großes für Nichtschwimmer. Dem folgte ein rundes Planschbecken für Kinder. Dieses ist vor einigen Jahren am südlichen Rand des Bades neu und modern errichtet worden.

Eine Besonderheit war, dass die großen Becken bis zur Oberkante gefüllt sind. Die großen Becken des Wallerfanger Freibades waren als eine der wenigen im Saarland beheizt. 1,6 Millionen DM hatte Wallerfangen für das Bad ausgegeben und komplett mit Eigenmitteln finanziert. Dafür gab es eine Gesamtwasserfläche von 1870 Quadratmetern. Um die 1,8 Millionen Liter des Schwimmerbeckens zu füllen, braucht es etwa vier Tage. Im Nichtschwimmerbecken sind 1,2 Millionen Liter und im Sprungbecken immerhin noch 800 000 Liter. Um eine Wassertemperatur von 23 Grad zu erreichen, muss das Schwimmerbecken bis zu zwei Wochen lang aufgeheizt werden.

Allerdings musste das Springerbecken bereits 1969 repariert werden, weil es undicht war und Wasser verlor. 1969 folgte die Eröffnung des anschließenden Campingplatzes. Insgesamt stellten beide Einrichtungen ein neues Naherholungsgebiet von Wallerfangen dar.

Lange Jahre kümmerten sich DLRG und Rotes Kreuz im Wallerfanger Freibad um die Sicherheit der Badegäste. Für Ordnung in den Becken und auf der Liegewiese sorgten zwei Bademeister. Doch Freibäder sind keine Selbstläufer, Anfang der 2000er Jahre drohte dem Freibad das Aus. Zu hohe Sanierungskosten, lautete die Begründung. Und eine Renovierung würde um die drei Millionen Euro kosten.

Vor diesem Hintergrund gründete die Ärztin Dr. Jutta Dick im November 2002 einen Förderverein. Der engagiert sich seither dafür, das Bad offen zu halten und weiterhin zu betreiben. „Bäder sind Orte, wo soziale Kontakte stattfinden und auch Menschen mit niedrigem Einkommen eine preisgünstige Freizeitgestaltung finden können“, erklärt Dick. Dazu komme die Bedeutung der Schwimmfähigkeit von Kindesbeinen an. Der Verein habe die Attraktivität erhöht, allein schon durch die Pflege der Anlagen. Aber auch indem Spielgeräte finanziert wurden, Strandkörbe und ein Lifter, der Behinderten den Einstieg ins Becken erleichtert. 2017 legte der Verein einen Biergarten an.

Im Juni startete schließlich ein Schwimmbadbus, der das etwas abgelegene Bad am Ortsrand besser anbinden soll. Für die weitere Zukunft des Wallerfanger Bades, sagte Bürgermeister Günter Zahn, spiele der saarländische Bäderbericht eine wichtige Rolle. „Jährlich zahlen wir etwa 300 000 Euro für das Bad als freiwillige Leistung. Es hängt davon ab, wie lange das Landesverwaltungsamt das genehmigt.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung