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Vor Jahr und Tag
Studie soll die Potenziale feststellen

So berichtete die Saarbrücker Zeitung vor einem Jahr über die Idee eines Deutschen Glasmuseums.
So berichtete die Saarbrücker Zeitung vor einem Jahr über die Idee eines Deutschen Glasmuseums. FOTO: SZ
Wadgassen. Die Gemeinde Wadgassen arbeitet auf Hochtouren für die Realisierung des Deutschen Glasmuseums.

„Es gibt die Idee, in der Halle über dem Outletcenter ein Museum zu errichten.“ Diese Anregung stamme aus der Wadgasser Verwaltung, sagte Bürgermeister Sebastian Greiber vor gut einem Jahr. Nun kommt Bewegung in dieses Vorhaben. Ein ansprechendes Glasmuseum soll es werden. Nur rund zwei Dutzend solcher Museen gibt es in Deutschland. Der neue Standort wäre dann in der ehemaligen Cristallerie Wadgassen. Die hatte das Unternehmen Villeroy & Boch 1843 nahe der heutigen Saarstraße gegründet. Die Geschichte der Glasherstellung in der Gemeinde reicht jedoch zurück bis etwa 1680. Damals bestand in Werbeln eine kleine Glasmanufaktur der klösterlichen Abtei. In den 1980er Jahren endete die Glasproduktion der Cristallerie. Ab 2007 sollte das weitläufige zweistöckige Gebäude den historischen Kern des Outletcenters „Myland“ bilden. Nach umfassender Sanierung der denkmalgeschützten Cristallerie befinden sich Geschäfte im Erdgeschoss. Das Obergeschoss aber blieb ungenutzt im Zustand eines Rohbaus wegen eines Rechtsstreits zwischen Investor und Stadt Saarlouis. Dies sei nun geklärt, sagte Patrik Feltes von der Wadgasser Verwaltung auf Anfrage. Für die Realisierung des Glasmuseums „arbeiten wir auf Hochtouren“. Auch weil das Outletcenter dabei sei, die Vollvermietung der Räume umzusetzen. Bisher habe es nur eine mündliche Zusage gegeben, dass Räume für das Glasmuseum möglich seien. „Mit der schriftlichen Bestätigung rechnen wir in den nächsten Wochen.“


Voraussichtlich noch in diesem Jahr soll der Auftrag für eine Studie erteilt werden. Die sei nötig, um die Potenziale und Möglichkeiten eines solchen Museums festzustellen. „Wir brauchen das auch wegen Fördermitteln, ohne die geht es nicht.“ Auf interessante Aspekte hatte Bürgermeister Greiber schon vor einem Jahr hingewiesen. Dazu gehören zwei originale Glasbrenneröfen. Sie wären dann Teil eines Deutschen Glasmuseums, das die Produktion und Produkte der alten Cristallerie greifbar macht. Als „Mischung von Industriekultur und heimatkundlichen Angeboten“ stellte sich Greiber das umfassende Konzept vor. Dabei ergänzten sich Versammlungen, Veranstaltungen und Gastronomie im Obergeschoss, historische Mauern der alten Abteil und das gegenüber liegende Deutsche Zeitungsmuseum mit Myland und der Einbindung des Parkbades.

(az)