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Open-Air
Gewitter verhagelte das Wadgasser Open Air

Am Freitag herrschte noch Riesenstimmung im Wadgasser Parkbad. Dafür sorgten  Reckless Roses.
Am Freitag herrschte noch Riesenstimmung im Wadgasser Parkbad. Dafür sorgten Reckless Roses. FOTO: Ruppenthal
Wadgassen. Auf ein gemütliches Picknick mit Live-Musik hatten sich alle gefreut. Doch dann wurde das Wadgasser Parkbad buchstäblich geflutet. Von Rolf Ruppenthal

„Katerstimmung“ in Wadgassen: Monatelang hatte man das große, das vierte Klassik Open Air im Parkbad vorbereitet. Die Organisation stimmte, das Konzert war weitgehend ausverkauft. Wochenlang hatte Holger Jakobs vom Orchesterverein mit seinen Musikern geprobt. Und alle Musikfreunde freuten sich auf die angekündigte Uraufführung der Auftragskomposition von Andreas Lorson „Die Schöne an der Bist“, eine Hommage des Friedrichweilers an seine Heimat, die von Musikern aus allen Wadgasser Orchestern gleich zum Anfang für den richtigen Auftakt sorgen sollte. Aber dann kam alles ganz anders. Ein mächtiges, lang anhaltendes Gewitter setzte nicht nur die ausgebuchten Picknickwiesen unter Wasser, auch Blitz und Donner sorgten für Gefahr.


Waren Bürgermeister Sebastian Greiber und seine Mitstreiter aus der Gemeinde, Holger Tabellion von der Ortspolizeibehörde, Katja Zwirner von der Event-Abteilung, Toni Schneider vom Bäderbetrieb und Wehrführer Guido Hübschen anfangs noch zuversichtlich, dass das Konzert nach einem kurzen Schutt doch noch starten könnte, verdüsterte sich mit fortlaufender Zeit ihre Stimmung zusehend. Draußen standen die Musikfreunde Schlange, geduldig unter ihren Regenschirmen wartend, drinnen hofften die Organisatoren, Feuerwehr DRK, Ordnungsamt und Security auf besseres Wetter. Aber so oft Wehrführer Guido Hübschen auch aus seinem Einsatzleitwagen heraus mit Wetterdienst und Leitstelle telefonierte, es gab keine Entwarnung. Ganz im Gegenteil – wie auch Donner und Blitz immer wieder dokumentierten.

Das tosende Gewitter hielt sich beständig über Wadgassen und sorgte weiterhin für Gefahr. Als dann auch noch Zweige von den Bäumen brachen und herunterstürzten, ein Rettungswagen des DRK regelrecht im Morast versank und nur noch von der Seilwinde der Feuerwehr auf festes Land gezogen werden konnte, entschloss sich Bürgermeister Sebastian Greiber nach längerer Wartezeit schweren Herzens zur Absage.



Enttäuscht zogen die zum Teil mit reichlich Picknickgarnitur ausgestatteten Musikfreunde von dannen. Ein Teil der Besucher war zuvor schon ins nahe Hofgebäude geleitet worden, um im Trockenen auf besseres Wetter zu warten. Da nutzten auch die auf jedem Sitzplatz ausgelegten Regenponchos nichts mehr. „Der Regen war nichts das Schlimmste,“ konstatierte ein sichtlich zerknirschter Gemeindechef, „das nicht weichende Gewitter war die Gefahr“. Bereits 2016 wurde das Klassik Open Air schon einmal zur Regenschlacht, aber damals gab es kein Gewitter, sodass die Veranstaltung dennoch stattfand. Jetzt soll das Konzert zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden - voraussichtlich aber nicht als Open Air im Parkbad, sondern als überdachtes Konzert wahrscheinlich in der Hostenbacher Glückaufhalle.

 Wie schön das Klassik Open Air im Wadgasser Parkbad hätte werden können, zeigte der Konzertabend am Tag zuvor. Riesenstimmung herrschte bei sommerlichen Temperaturen bis spät in die Nacht bei der „Juniorausgabe“ der Freiluftkonzertveranstaltung. „Sack’N Hand“ aus Wadgassen sowie die beiden erfolgreichen Tribute-Bands „Reckless Roses“ und „Metakilla“ sorgten mit viel Power für beste Partyatmosphäre. Rund 1000 Zuhörer, darunter nicht nur Jugendliche, sondern vor allem sehr viel „Mittelalter“ , waren begeistert und feierten eine große friedliche Party. Alles stimmte – die Musik, die Organisation, die Temperaturen, das Wetter. Mittendrin Sebastian Greiber mit seiner Frau Petra. „Genau meine Musik,“ schwärmte der Gemeindechef.

Bis am frühen Samstagnachmittag war dann in Wadgassen die Welt noch in Ordnung. Die Sonne lachte, die Temperaturen stimmten – alles war für einen großen Konzertabend im Wadgasser Parkbad gerichtet, als kurz vor der Veranstaltung das Unwetter doch noch über Wadgassen hereinbrach.

Viele Besucher hatten gehofft, dass Regen, Blitz und Donner wie an vielen Tagen zuvor am Bisttal vorbeiziehen würden – vergebens.

Dieses Mal erwischte es Wadgassen heftig. Das Konzert musste letztendlich ausfallen. Und dennoch kam die Bisttalgemeinde im Vergleich mit anderen Kommunen im Saarland noch glimpflich davon.