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Clubs
Staunen über die offenen Grenzen

Die Camp-Teilnehmer aus 16 verschiedenen Nationen haben sich beim Fest auf der Wadgasser Alm bestens vergnügt. Im Hintergrund Organisator Herbert Jacob (rechts) und Werner Abriss vom Lions-Distrikt aus Offenbach (links).
Die Camp-Teilnehmer aus 16 verschiedenen Nationen haben sich beim Fest auf der Wadgasser Alm bestens vergnügt. Im Hintergrund Organisator Herbert Jacob (rechts) und Werner Abriss vom Lions-Distrikt aus Offenbach (links). FOTO: Alexandra Broeren
wadgassen. 20 junge Menschen aus aller Welt lernten bei einem Jugendaustausch mit dem Lions-Club Saarlouis das Saarland kennen. Von Alexandra Broeren

Madison (16) kommt aus Texas und findet das Saarland „super schön“. Julia, ebenfalls 16, ist Ungarin und erstaunt über das viele Grün bei uns. Michaela aus Bulgarien ist vor allem fasziniert von der offenen Grenze im Dreiländereck. „Really Amazing“ findet sie den Aufenthalt in Saarlouis.


Drei Wochen lang sind 20 junge Menschen aus aller Welt zu Gast beim Lions-Club Saarlouis. Der internationale Jugendaustausch hat Tradition beim Lions-Club. Rund 200 sogenannte „Camps“ gibt es in diesem Sommer weltweit, zwölf davon in Deutschland.

Die Camps beruhen auf Gegenseitigkeit. Fährt ein Jugendlicher ins Ausland, nimmt seine Familie im Gegenzug einen internationalen Gast auf. In der ersten Woche ihres Aufenthaltes bei uns sind die jungen Leute in Familien untergebracht. In der zweiten Woche wohnen sie im Kardinal-Wendel-Haus in Homburg, die dritte Woche werden sie im Wallerfanger Haus Sonnental verbringen. Danach gibt es noch eine dreitägige Überraschungsfahrt, wohin wird allerdings noch nicht verraten. Vier von den jungen Leuten kommen aus den USA, aus Alaska, Wisconsin, Texas und New York. Mit dabei aber auch eine Teilnehmerin aus Weißrussland, andere kommen aus Hongkong, Taiwan, Mexiko, Litauen und Estland. Die Camp-Sprache ist übrigens Englisch.



Was bringt die jungen Menschen aus aller Welt dazu, sich für ein Camp mit dem Titel „Kultur, Wirtschaft und Geschichte im Dreiländereck“ zu bewerben? Denn Bewerbungen gab es mehr, als Teilnehmer angenommen werden konnten, verrät uns Herbert Jacob, der das Camp maßgeblich organisiert hat.

Paulina aus Litauen sagt, sie lerne seit vier Jahren in der Schule Deutsch und wollte ihre Sprachkenntnisse erproben, „und vor allem, verschiedene Menschen mit verschiedenem Hintergrund kennen lernen“. Taavi aus Estland hat Verwandte in Deutschland und wollte unser Land gerne kennen lernen. Selma aus Schweden wurde das Camp von ihrem örtlichen Lions-Club empfohlen. Außerdem sei das Camp im Saarland eines der wenigen, die bereits ab 16 Jahre aufnehmen, sagt sie ganz pragmatisch.

Ein buntes Programm haben die Verantwortlichen für ihre Schützlinge geplant. Als Einstieg in das Ausflugsprogramm gab es gleich am Montag einen Besuch im Saar-Landtag und dabei auch gleich eine Lektion, wie Demokratie in Deutschland funktioniert. Mit einem Besuch im Völklinger Weltkulturerbe und des Saarpolygons wurden die jungen Leute mit der Montanvergangenheit unseres Landes bekannt gemacht. Natürlich war auch der obligatorische Besuch der Saarschleife mit dabei. Verwirrend für viele der Jugendlichen, vor allem für diejenigen aus dem ehemaligen Ostblock war dabei die Erfahrung, ohne weitere Formalität die Grenze von Deutschland nach Frankreich überqueren zu können. Und nicht alle haben sich auf Anhieb getraut, die Grenze einfach so mit einem Schritt zu überqueren.

Am Wochenende gab es dann ein großes Abschlussfest der Familien-Woche auf der Wadgasser Alm mit allen Gastfamilien. In den nächsten 14 Tagen geht es unter anderem in Bliesbruck-Reinheim auf die Spuren der Römer und Kelten, nach Trier und Luxemburg.