Wo bitte geht's zur Dusche?

Schmelz. Als Markus Kaufmann auf seinem mit Schlamm überzogenen Cross-Rad über den aufgeweichten Boden des Schmelzer Sportplatzes "In der Heide" ins Ziel schlittert, ist die Verblüffung unter den eingefleischten Querfeldein-Radsport-Fans groß. 59:56 Minuten hatte der von oben bis unten mit Matschspritzern übersäte Fahrer aus Neuffen benötigt, um sich beim 8

Schmelz. Als Markus Kaufmann auf seinem mit Schlamm überzogenen Cross-Rad über den aufgeweichten Boden des Schmelzer Sportplatzes "In der Heide" ins Ziel schlittert, ist die Verblüffung unter den eingefleischten Querfeldein-Radsport-Fans groß. 59:56 Minuten hatte der von oben bis unten mit Matschspritzern übersäte Fahrer aus Neuffen benötigt, um sich beim 8. Lauf um den Deutschland-Cup 20 Punkte zu sichern. Seine ersten überhaupt, wie der strahlende Sieger des Elite-Rennens dem verblüfften Publikum gestand. "Ich bin eigentlich öfter auf dem Mountainbike unterwegs. Das ist erst meine zweite Saison im Querfeldein-Radsport und für dieses Jahr mein erster Start", jubelte der Gewinner des Hauptrennens und war selbst am meisten verblüfft.

Irsch gibt auf

Die Bedingungen auf dem Drei-Kilometer-Rundkurs waren aber auch extrem schwierig. Besonders die schlammigen Waldpassagen verlangten den Fahrerinnen und Fahrern in den neun Rennen alles ab. "Die Abfahrten waren glitschig. Die Bremsen griffen nicht richtig. Man musste in jeder Kurve aufpassen, dass man sich nicht auf die Schnauze legte", erzählt Silvia Irsch von ihren Erlebnissen auf der Strecke. Die frisch gebackene Südwestmeisterin ging stark erkältet ins Rennen. Chancen rechnete sie sich nicht aus. Aber beim Heimrennen fehlen, das ging gar nicht. "Ich wollte unbedingt dabei sein und habe es probiert, aber die Kraft reichte nicht", erzählt die 27-Jährige traurig. Zwei Runden vor dem Ziel brach Irsch das Rennen ab. "Ich habe auf meinen Körper gehört. Man soll ins Bett gehen, wenn man krank ist", seufzte sie.

Insgesamt nahmen an der 14. Auflage des Schmelzer Querfeldein-Radrenntages 200 Crosser teil, darunter viele namhafte Athleten aus Deutschland und dem benachbarten Ausland. Weil in Luxemburg an diesem Wochenende ein Rennen ausfiel, gab es viele Nachmeldungen. Darunter starke Aktiven- und Jugendfahrer. "Ein für uns glücklicher Umstand, der das Niveau gehoben und unsere Veranstaltung stark aufgewertet hat", meinte Stefan Thome, der Vorsitzende des Ausrichters RV Möve Schmelz.

Die drei Fahrer des Ausrichters hatten im stark besetzten Elite-Rennen der Männer keine Chance. David Bertram beendete seinen Wettkampf immerhin auf Rang 25. Sascha Mai und Tino Kipping stiegen nach Überrundungen kurz vor Schluss aus. "Es ist für regional erfolgreiche Fahrer wie uns echt schwer, gegen Top-Leute auf Bundesebene halbwegs mitzuhalten. Das hat man heute gesehen", gab Kipping zu.

Erst schippen, dann radeln

Am Vortag und sogar am Morgen vor dem Start hatte der Lokalmatador mit einer Schippe Schnee und Eis von der Strecke gekratzt. Gut aufgewärmt stieg er dann in den Sattel und trat in die Pedale. "Das Rennen war hart, hat aber auch viel Spaß gemacht, besonders weil es vor eigenen Zuschauern passierte", freute sich der 30-Jährige. Die Ehre des Ausrichters rettete Gerd Lembitz. Im Rennen der Senioren fuhr der Fahrer von Möve Schmelz in 38:44 Minuten als Erster durchs Ziel.

Auf einen Blick

Die Siegerinnen und Sieger des 8. Rennens um den Deutschland-Cup der Querfeldein-Radler:

Leo Appelt, RC Langenhagen (Schüler); Lina Rausch, RSC Oldenburg (Schülerinnen); Lucas Wollenhaupt, RSC Köln-Rath (männliche Jugend); Jessica Lambrecht, RC Sprintax Bielefeld (weibliche Jugend); Gerd Lembitz, RV Möve Schmelz (Senioren I); Timo Berner, Berner Bikes (Senioren II); Jan Dieteren, Berner Bikes (Junioren); Gesa Brüchmann, Stevens 1a Cross-Team, (Frauen und Juniorinnen); Markus Kaufmann, TB Neuffen (Elite Männer). ros