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Triathlon in Saarlouis: Mehr als 300 Teilnehmer am Sonntag dabei

Triathlon in Saarlouis: Mehr als 300 Teilnehmer am Sonntag dabei

Die Triathlon-Freunde Saarlouis holen die olympische Distanz zurück ins Saarland: Profis und Amateure werden sich beim 1. La Linea-Saar-Lor-Lux-Triathlon in Saarlouis der Herausforderung stellen. Darunter auch "Iron-Woman" Nicole Woysch aus Wadgassen.

Saarlouis. Mehr als 300 Triathleten werden am Sonntag bei der Premiere des La-Linea-Saar-Lor-Lux-Triathlons in Saarlouis an den Start gehen. Drei Wertungen finden über die olympische Distanz 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Rad fahren und 10 Kilometer Laufen statt. Rund 200 Einzelstarter nehmen an den Saarlandmeisterschaften teil oder starten ihr eigenes Rennen gegen die Zeit. Beim Firmen-Triathlon kämpfen 35 Staffeln mit je drei Teilnehmern um die Ehre ihrer Unternehmen.Favoritin bei den Frauen ist Nicole Woysch von Tri-Sport Saar-Hochwald. Bei den Männern rechnen sich Mario Biehl vom Tri-Team Saarlouis und Bernd Grauvogel (DJK Dudweiler) Chancen aus. Insgesamt sind 180 Helfer im Einsatz.

Ein Highlight für die Zuschauer ist der Schwimm-Massenstart um 11 Uhr an der Bootsanlegestelle Undine. Erstmals seit Jahren wird dabei ein Wettkampf in der Saar ausgetragen. Natürlich war im Vorfeld die Wasserqualität ein Thema gewesen. Die habe der Stadt als Mitausrichter am meisten Kopfzerbrechen bereitet, gibt Alexander Guß vom Sportamt zu. "Da haben wir die Zusicherung des Umweltministeriums natürlich mit Freude vernommen, dass Baden in der Saar unbedenklich sei", sagt Guß.

Nach dem Sprung in die Saarwellen müssen die Athleten eine 1500 Meter lange Wendestrecke absolvieren, bevor sie dann in der Wechselzone aufs Rad steigen. Aber auch bei den Verfolgungsrennen auf dem flotten Radrenn-Kurs über abgesperrte Teile der B 51 und den packenden Lauf-Duellen durch den idyllischen Stadtpark werden Triathlon-Fans auf ihre Kosten kommen. Für Stimmung entlang der Strecken sorgen drei Live-Bands und eine Cheerleader-Truppe. Die After-Race-Party mit den "Hotpäntz" wird nach der Zielankunft für gute Laune sorgen. ros

</bu_text> Wadgassen. Sie kraulte schon in der Brandung vor Lanzarote und durchpflügte die Wellen vor Hawaii. Aber einen Massenstart in der Saar, den hat "Iron-Woman" Nicole Woysch (32) in ihrer Karriere noch nicht erlebt. Am Sonntag ist es nun soweit. Dann wird sich die erfolgreiche Triathletin von Tri-Sport Saar-Hochwald, die in Wadgassen lebt, beim 1. La Linea-Saar-Lor-Lux-Triathlon in Saarlouis in die kalten Fluten der Saar stürzen. Und das zusammen mit rund 300 weiteren Assen und Amateuren. "Das wird ein Erlebnis. So etwas gab es hierzulande noch nie", freut sich die gebürtige Ensdorferin auf die Premiere des neuen Sommer-Sport-Spektakels.

Über Klagenfurt nach Hawaii?

"Vor Freunden zu starten, das ist für mich der Kick. Diesen Triathlon würde ich mir nie entgehen lassen", fiebert Nicole Woysch ihrem "Heimspiel" entgegen. Besonders vorbereitet, das gibt sie offen zu, habe sie sich auf "diese Kurzstrecke" nicht. Ihre Leidenschaft ist die Langdistanz (3800 Meter Schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren, 42,195 Laufen) und die Qualifikation für den Ironman in Hawaii das große Ziel. In drei Wochen findet der Ironman in Klagenfurt statt. Dort hofft sie, ihr Ticket für Hawaii zu lösen. 2004 hatte sie das in Frankfurt schon einmal geschafft. "Saarlouis ist ein gutes Training für mich. Der Start ist mir sehr wichtig", so Woysch. Der größte Erfolg in ihrer jungen Profi-Karriere liegt erst vier Wochen zurück. "Mit meinem achten Platz beim Ironman auf Lanzarote war ich sehr zufrieden", sagt Woysch, die nach technischen Problemen beim Radfahren durch die zweitbeste Zeit im abschließenden Marathon viele Plätze gut machte. Am Rad hatte sich auf der holprigen Straße die Verschraubung des Lenkers gelöst, einen Sturz konnte Woysch nur knapp verhindern. Doch bis ihr ein Zuschauer und ein Konkurrent helfen konnten, verlor sie viel Zeit. "Mit einer Mega-Wut bin ich dann am Ende vom Rad gestiegen", erinnert sich Woysch - sie startete dann eine Aufholjagd. Von Rang 14 lief sie bis auf Platz acht nach vorne.Ihre Stärke sei ohnehin das Laufen, erzählt die amtierende Saarlandmeisterin über zehn Kilometer. Eine Lieblingsdisziplin habe sie aber nicht. "Ich liebe einfach Triathlon", schwärmt Nicole Woysch, die mit Mann Jan und dem 17 Monate alten Töchterchen Jil Johanna in Wadgassen lebt.

Dass sie gut in Form ist, bewies sie auch am vergangenen Wochenende bei den im rheinland-pfälzischen Maxdorf ausgetragenen Saarlandmeisterschaften über die Mitteldistanz (2 Kilometer Schwimmen, 85 Kilometer Radfahren und 20 Kilometer Laufen), wo sie souverän den Saarlandmeistertitel holte und die Konkurrenz beherrschte. In der Landeswertung siegte sie mit 35 Minuten Vorsprung vor Monika Weihs aus Marpingen.

Einfach Vollgas geben

Gespannt ist sie auf die schnelle Radstrecke auf Teilen der abgesperrten B51. Einen Kurs über drei Runden, auf dem die Zuschauer sie mehrfach zu Gesicht bekommen. "Endlich kenne ich mal die Strecke", lacht Woysch.

Und was rät der Profi den vielen Amateuren, denen besonders die lange Schwimmstrecke Respekt einflößen dürfte? "Es geht ja nur geradeaus. Orientierungsprobleme wie im Meer gibt es keine. Sichtkontakt zum Ufer ist aber wichtig", lautet der Tipp der Expertin, die sich selbst viel vorgenommen hat. Die Direktive von Dominic Schammne lässt daran keine Zweifel aufkommen. "Vollgas geben und vielleicht persönliche Bestzeiten aufstellen", will sich Nicole Woysch an die Vorgabe ihres Trainers halten. "Taktieren wie beim Ironman bringt auf dieser Sprintstrecke nämlich nichts."

Auf einen Blick

Ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter Jil Johanna feierte Nicole Woysch in dieser Saison so viele Erfolge wie noch nie: Sie wurde Vizesaarlandmeisterin im Halbmarathon (1:24,35 Stunden), Vierte beim St. Wendeler Marathon (3:00,53) und Saarlandmeisterin Duathlon (Kurzdistanz) in 2:10,53 Stunden. Zudem wurde sie Saarlandmeisterin im Zehn-Kilometer-Straßenlauf (37:46 Minuten), holte Rang acht beim Ironman Lanzarote und die Saarlandmeisterschaft über die Mitteldistanz.red