"Dann hätten die das Sagen"

Fotos: Christel Turner 2, Harald Konrad 4, Winfried Altmayer 3, Oliver Ballas 3, Roswitha Kremer 1, Markus Best und Elke Kerner 2

Kreis Saarlouis. Der gebürtige Schwalbacher Harald Konrad (57) hat nichts gegen eine Zusammenlegung und meint: "Das Saarland wird auf Bundesebene häufig nicht wirklich beachtet, ein Zusammenschluss könnte den Einfluss eventuell steigern." Außerdem erhofft er sich Einsparungen bei den Verwaltungsausgaben. Ebenso sieht das Christel Turner (52) aus Saarlouis: "Die Zusammenlegung muss kommen, das Land kann sich einen eigenen Verwaltungsapparat auf Dauer wohl nicht leisten."Einen Schritt weiter geht Winfried Altmayer (50) aus Saarlouis. Er hält eine Zusammenlegung für eine "hervorragende Idee". Dafür sprechen vor allem die möglichen Einsparungen. Das Argument der Gegner, eine Zusammenlegung gefährde die saarländische Identität, sieht er gelassen: "Identität macht sich nicht an der Politik fest. Sehen Sie sich andere Bundesländer an, in Bayern gibt es ja auch Franken, die sich als Franken sehen und nicht als Bayern. Die politischen Grenzen sind da zweitrangig."

Anders sieht das Roswitha Kremer (66) aus Saarlouis: "Ich glaube, irgendwann wird es passieren, aber ich bin dagegen. Die Pfälzer haben doch eine etwas andere Mentalität. Ich fühle mich wohl als Saarländerin und möchte es auch bleiben." Zudem befürchtet Roswitha Kremer, dass das größere Rheinland-Pfalz das Saarland dominieren würde, "dann hätten die das Sagen". Oliver Ballas (36) aus Saarlouis sieht das ähnlich. Er befürchtet, "dass die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Saarland, besonders der Landeshauptstadt Saarbrücken, bei einer Zusammenlegung abnehmen würde". Außerdem befürchtet er langfristig auch einen Identitätsverlust der Saarländer.

 Harald Konrad
Harald Konrad
 ChristelTurner
ChristelTurner
 RoswithaKremer
RoswithaKremer
 WinfriedAltmayer
WinfriedAltmayer
 OliverBallas
OliverBallas

Diese Angst haben Markus Best (47) und Elke Kerner (48) nicht, trotzdem sind sie dagegen. "Die Synergieeffekte sind meiner Ansicht nach minimal, da wird nicht viel gespart", glaubt Best, "aber die Wege werden länger, wenn Mainz Hauptstadt wird, die Nachteile überwiegen die Vorteile."