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Der Wertstoffhof Lebach wurde umgebaut und erweitert

Lebach : Wertstoffhof Lebach wurde runderneuert eingeweiht

„Neuer, größer und benutzerfreundlicher“ sollte das Verwertungszentrum werden. Nun nach dem Umbau ist das Gelände in Lebach kaum wiederzuerkennen.

Strenggenommen handelt es sich um keine richtige Einweihung: Schließlich präsentiert sich der Lebacher Wertstoffhof bereits seit Mitte Juni im neuen Gewand. Dass die kleine Feier am Donnerstag, 29. Juli, dennoch so bezeichnet wurde, ist allerdings zu verschmerzen: „Neuer, größer und benutzerfreundlicher“ sollte das Verwertungszentrum werden – und dieses Versprechen wurde eingehalten.

Zudem wurde die geplante Bauzeit von einem Jahr deutlich unterschritten, betonte der Geschäftsführer des Lebacher Abfallzweckverbands Arno Graf in seiner kurzen Ansprache – und das bei laufenden Betrieb. Lediglich im Mai war der Wertstoffhof für die Asphaltierungsarbeiten etwa drei Wochen geschlossen. Sichtlich zufrieden zeigte sich daher auch Bürgermeister Klauspeter Brill (parteilos), als er Gäste und Presse über das Gelände führte.

Dessen Ausmaße haben sich glatt vervierfacht: Statt 2 100 umfasst es nun rund 8 500 Quadratmeter. Dazu wurde eine natürliche Böschung abgegraben und eine zweite Ebene angelegt. Unten stehen die Container bereit, in denen nach Wertstoffen getrennt Sperrmüll, Altholz, Metallschrott, Bauschutt und Elektrogeräte eingefüllt werden können – und zwar von der oberen Ebene aus.

Für die Bürger im Einzugsgebiet stellt das sicherlich die größte Neuerung dar. Vorher mussten sie die Container mitsamt ihren schweren Abfällen über eine Leiter erklimmen. Besonders für ältere Menschen stellte das kein geringes Problem dar, zumal die Mitarbeiter des Wertstoffshof bei der Entladung und Entsorgung nicht helfen dürfen. „Das hat arbeitsrechtliche Gründe“, erklärte Graf. Nun können Kunden des Wertstoffhofs mit ihrem Auto auf der oberen Ebene bis an den Rand des richtigen Containers fahren und ihren Schutt von oben hineinwerfen.

Das ist nicht nur wesentlich komfortabler, sondern geht auch schneller. „Vorher kam es samstags manchmal zu längeren Wartezeiten“, sagte Brill. Diese dürften nun der Vergangenheit angehören.

Hauptanlass für den Umbau war aber eine Änderung der saarländischen Abfallgesetzgebung. „Die Grüngutmengen, die im Saarland anfallen, müssen zwingend dem Entsorgungsverband Saar angedient werden“, erklärte Graf. Alle Abwässer, die durch den Grünschnitt entstehen, müssen in eine Kläranlage geleitet werden – die alte Kompostierungsanlage habe diese Anforderung des Bundesemissionsschutzes nicht mehr erfüllt.

Mit der Erweiterung des Geländes, das direkt neben der Lebacher Kläranlage liegt, sei das nun kein Problem mehr. Insgesamt 1,8 Millionen Euro kostete der Umbau. Damit blieb man im geplanten Budget, so Graf weiter. „Das ist heute ja auch eher selten.“ Die Gebühren für die Kunden haben sich allerdings nicht erhöht.

Rund 5 336 Tonnen Material wird in Lebach jedes Jahr abgegeben. Oberstes Ziel ist natürlich, die verschiedenen Wertstoffe zu recyceln. Besonders wichtig sei das laut Graf bei seltenen Rohstoffen wie Lithium. Gegner der E-Mobilität kritisieren häufig, dass das unter schlechten Bedingungen abgebaute Element in den Auto-Akkus Verwendung findet (unterschlagen dabei allerdings die vielen anderen Produkte, die Lithium ebenfalls benötigen) – im Sinne der Kreislaufwirtschaft werden solche Stoffe daher gesammelt und aufbereitet.

Gar kein Schrott, sondern brandneu waren dagegen die beiden E-Scooter, die Arno Graf am Ende den Mitarbeitern des Wertstoffhofs schenkte: Die Flitzer sollen die langen Laufwege überbrücken, welche die Arbeiter durch die Erweiterung des Geländes nun täglich auf sich nehmen müssen.