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Ich bleib lieber noch ein bisschen

Ich bleib lieber noch ein bisschen

Could you be loved…?" musste sich der Saarlouiser diese Woche lautstark fragen lassen. Während ich bei meinem Lieblings-Thai in der Altstadt das gelbe Curry und die Maisonne genoss, tönten die größten Hits von Bob Marley über die Straße - offenbar aus dem Fenster eines sonnen- und musikhungrigen Anwohners.

Nun hat Jamaika zwar seit der Kommunalwahl 2014 keine politische Mehrheit mehr in Saarlouis, aber im Herzen haben die fünf Jahre wohl doch Spuren hinterlassen; auch nachdem sich die aufrührerische Koalition im Rat zum lässigen schwarz-grünen "Bündnis für Saarlouis" wandelte. Und obwohl immer das ach so französische Flair der Stadt gepriesen wird, stellte ich bei dieser etwas anderen Straßenmusik jenseits des Akkordeongedudels fest: Jamaikanische Gelassenheit steht Saarlouis bei heißer Sonne doch auch ganz gut. Der unverhoffte Gute-Laune-Reggae-Schauer zauberte manchem Passanten ein bisschen Beschwingtheit in die Mittagspause. Übrigens ist diese private Musik-Initiative ein guter Vorgeschmack auf die Saarlouiser Emmes 2016: Neben Mambo von Lou Bega steht dort nämlich auch Reggae von Dellè im Programm. "Get up stand up", tönte es inzwischen. Nö, ich blieb lieber noch ein bisschen sitzen.