Das ist der Lauf der Dinge

Vor den Folgen einer Satire , die man versehentlich für die Wirklichkeit halten könnte, schützt uns Journalisten die Justiz. In Deutschland. Wahrscheinlich. Wenn hier also stünde: Hubert Ulrich spricht im Stadtrat von Saarlouis. Er ringt um sein Ja zur Resolution des Rates für den Schutz die Stahlindustrie vor den Chinesen. Der Grüne erklärt uns, dass er ganz hinter der Stahlindustrie stehe. Sein Zögern vor der Resolution begründet er mit - nein, nicht das, was man denken könnte, sondern mit: der Autoindustrie. Der Chinese kaufe beim Deutschen weniger Autos, wenn der ihm Krümel in den Stahl mache.

Oder wenn hier stünde: Saarlouis will Sebastien Prestre de Vauban ein echtes Denkmal setzen, weil er die Stadt Saarlouis gegründet hat. Da ist der ganze Stadtrat Souffleur für die Linke: Jetzt aber! Nieder mit dem Imperialismus ! Kein Denkmal für den genialen General des Kriegs-Königs Ludwig XIV.! So würde sich das gehören. Und gleich der Antrag: ein Mahnmal für die geschundenen Arbeiter und Soldaten von damals. Aber was ist? Die Linke stimmt mit allen anderen für das Generalsdenkmal. Ja, wenn das alles eine Satire wäre, die man mit der Wirklichkeit verwechseln könnte, dann würde uns notfalls die Justiz vor den Wütenden schützen. Doch es ist alles wahr, alles diese Woche. Alles Wirklichkeit, die man für Satire halten könnte. Vor den Folgen schützt uns keiner. Es ist einfach der Lauf der Dinge.