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Friedhofsruhe
Den Friedhof als allen gemeinsamen Ort retten

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Wer eine Familie hat, die auch noch verstreut lebt, kennt die Fragen: Wie die Gräber pflegen? Wie der Verstorbenen gedenken? Wie das auch alles bezahlen? Die mobile Welt, das für viele Menschen geringe Einkommen bei gleichzeitig teuren Infrastrukturkosten (zu denen die Friedhofsgebühren gehören), wirft Fragen auf. Hinzu kommt die Total-Individualisierung bis in den Tod: Viele wollen keinen gemeinsamen Ort der Totenruhe mehr, sondern die Urne am besten daheim oder die Asche verstreut. Von johannes werres

Da war noch gar nicht die Rede von Zeitgeschmack, von Baumgräbern etwa; oder von Bestattungssitten in anderen als der angestammten christlichen Religion. Es stimmt schon: Ein Ort der letzten Ruhe ist auch der Friedhof derzeitig nicht so ganz.



Wadgassen fasst dabei eines richtig auf: den Friedhof retten zu wollen. Als den gemeinsamen, öffentlichen Ort der Totenruhe, der die bunte Vielfalt der Gesellschaft in sich vereint. Das ist ungeheuer wichtig für die Lebenden. Wenn dann daraus ein, wie es heißt, Bestattungsgarten wird, der von den Lebenden besucht wird – umso besser.