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Sichere Wege für Radler
Fahrradbremse lösen

Teerstreifen am Rande der Landesstraße Wallerfanger Straße von Saarlouis Richtung Wallerfangen. Der Streifen wird als Radweg benutzt, ist aber rechtlich keiner. Im weiteren Verlauf stehen Bäume und Schilder auf dem Weg, Wurzeln drücken den Asphalt hoch.
Teerstreifen am Rande der Landesstraße Wallerfanger Straße von Saarlouis Richtung Wallerfangen. Der Streifen wird als Radweg benutzt, ist aber rechtlich keiner. Im weiteren Verlauf stehen Bäume und Schilder auf dem Weg, Wurzeln drücken den Asphalt hoch. FOTO: Thomas Fläschner
Saarlouis. Rad fahren in Saarlouis ist kein Vergnügen. Wenigstens sicherer soll es werden, hofft die grüne Basis. Von Johannes Werres

Exakt 20 Jahre nach dem Beschluss eines Radwegekonzeptes der damaligen rot-grünen Koalition im Stadtrat hat die grüne Basis in Saarlouis ein neues Radverkehrskonzept für Saarlouis vorgelegt. Die Grünen stellen fest, dass Saarlouis zusammen mit den anderen Kommunen des Saarlandes beim Radverkehr bundesweit „die rote Laterne“ habe. Deshalb brauche Saarlouis „eine Fahrradoffensive“, um „schnellstmöglich zur fahrradfreundlichen Stadt“ zu werden.


Als eine wesentliche Fahradbremse machen die Grünen den Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) aus. Er betreibe eine „einseitige Auto-Vorrang-Politik“. Der Kurs des LfS entspreche allerdings der Rechtslage. Die könne aber geändert werden. Die Grünen fordern in dem Papier OB Peter Demmer deswegen auf, bei der Landesregierung „mehr Kompetenzen im innerstädtischen Radwegebau zu erstreiten“. Gemeint sei, wie Stadtverbandsvorsitzender Hubert Ulrich erläuterte, dass die Stadt „Kompetenzen“ für die Landesstraßen (für die der LfS zuständig ist) übernehme und über den Radwegebau auch auf diesen Straßen selbst bestimme. Das würde das „Kompetenzwirrwarr“ beenden, dass dafür gesorgt habe, dass einschlägige Planungen immer wieder durch den LfS „konterkariert“ worden seien.

Ihre harsche Kritik am LfS unterlegen die Grünen mit Landesstraßen als Beispielen. Das eine ist die sattsam bekannte Situation an der Wallerfanger Straße, einer Ausfallstraße von Saarlouis. Das andere ist der neu gebaute Kreuzungsbereich am Globus Baumarkt nahe dem Bahnhof. „In beiden Fällen verweigert oder blockiert der LfS seit langem einen Radwegeneubau.“ An der neu gebauten Kreuzung habe sich gar ein Unfallschwerpunkt gebildet.



Das Konzept umfasst zahlreiche weitere Punkte. So soll es sichere Radwege zu den Schulen und mindestens eine sichere Radroute zwischen Innenstadt und jedem Stadtteil geben; beides haben CDU und Grüne bereits im aktuellen Doppelhaushalt eingesetzt. So gehe es zum Beispiel nicht, dass auf der Straße von Neuforweiler Richtung City 70 Stundenkilometer erlaubt seien, die Radfahrer aber ohne Schutzstreifen auskommen müssen.

Unter den vielen Forderungen ist auch die nach sicheren Parkboxen, kleinen Fahrradparkhäusern mit Lademöglichkeit für E-Bikes. Am Bahnhof komme dafür die alte Stückguthalle in Betracht.

Konsequent alle Einbahnstraßen in Saarlouis sollen für Radfahrer in beiden Richtungen freigegeben werden. Weiter soll die Stadt ein Lastenfahrrad zum Verleih anbieten und die „sehr nachlässige Kontrolle“ zugeparkter Radwege verbessern.

Die Grünen fordern vor allem vom Stadtrat, das Konzept in den nächsten Jahren durchzusetzen.