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Illegale Rodungsaktion in Bous sorgt für viel Ärger

Kahlschlag : Große Rodungsaktion am Bouser Rothenberg sorgt für Unverständnis

Eine großflächige Rodungs-Aktion am Ortsrand von Bous am Rothenberg sorgt derzeit für Unmut. Am Dienstag fielen auf einem zirka 65 mal 45 Meter großen Terrain zahlreiche Bäume und Büsche einem Bagger und der Kettensäge zum Opfer.

Als illegal und schwerwiegenden Umweltfrevel kritisierte der Bouser Naturschutzbeauftragte Andreas Pawelkiewicz diese Aktion, die von aufmerksamen Bürgern gemeldet worden war. Das Ordnungsamt der Gemeinde hat nach seinen Worten die Arbeiten sofort einstellen lassen und auch das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz sei inzwischen aktiv geworden.

Ein Baumsachverständiger soll nun den ökologischen Schaden feststellen. „Und der ist immens“, erzürnt sich der Naturschutzbeauftragte und verweist darauf, dass mit dieser Rodungs-Aktion auch die Brutstätte eines Uhus vernichtet worden sei. „Echt heftig, was sich da am Rothenberg abgespielt hat“, schimpft auch der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bouser Gemeinderat, Christoph Küntzer. Nach seiner Aussage wurde die Bouser Baumschutzsatzung deutlich und rechtswidrig missachtet.

„Wieder ist ein Stück Wald mit vielen hochwertigen alten Bäumen, eine historische Birke mit fast einem Meter Stammdurchmesser, vielen blühenden Weidenkätzchen, großen alten Buchen und Wildkirchen sinnlos und rechtswidrig der Kettensäge und Bagger zum Opfer gefallen“, kritisiert Küntzer diese Rodungs-Aktion.

„Wir kämpfen in Bous um jeden schützenswerten Baum, teilweise mit hohem Aufwand, und dann wird durch solch einen ökologischen Frevel ein komplettes Waldstück vernichtet“, ärgert er sich.

In den letzten beiden Tagen wanderten zahlreiche Bouser zum Ort des Geschehens und machten sich kopfschüttelnd ihr eigenes Bild von dieser Rodungsmaßnahme. Andreas Pawelkiewicz und Christoph Küntzer riefen alle Bürger auf, auch weiterhin wachsam zu sein und jede Fällung kritisch zu hinterfragen.