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Bous erinnert an Benediktiner Pater Servatius

Kirche : Tafel in Bous erinnert jetzt an Martyrer-Pater Servatius

Der Missionsbenediktiner aus Bous starb 1946 in China. Er hatte es abgelehnt, in Sicherheit gebracht zu werden.

Seit Mitte November steht bei der katholischen Pfarrkirche in Bous eine Gedenktafel zur Erinnerung an Pater Servatius, den Bouser Benediktinermissionar, der in der Mandschurei wirkte und starb. „Mit der Gedenktafel an der Pfarrkirche ehren wir einen Missionar aus Bous, einen einfachen Priester der einfachen Leute, der unter schwierigsten Bedingungen bei seinen Christen ausharrte bis in den Tod“, teilte die Gemeinde mit.

Der Verwaltungsrat der Pfarrei St. Peter in Bous hat dazu einen Wunsch von Paul Endres aufgegriffen und die Tafel von einem Bouser Unternehmen anfertigen und aufstellen lassen. Der Platz heißt „Pater-Servatius-Platz“, nicht offiziell freilich, weil er Privatgelände im Besitz der Kirche ist.

Geboren ist Pater Servatius als Otto Ludwig am 15. Juni 1907 in Bous. Nach dem Abitur trat er im Mai 1927 in den Orden der Missionsbenediktiner ein und erhielt den Ordensnamen Servatius. Im August 1934 wurde er als Missionar in die Mandschurei entsandt. Die Mandschurei, die heutige chinesische Nordost-Provinz, ist dünn besiedelt, aber reich an Bodenschätzen. Deshalb ist sie auch ein Objekt der Begehrlichkeit der Nachbarn, vor allem Russland und Japan, die das Land immer mal wieder besetzten. 1932 gründete Japan dort das unter seiner Besatzungsherrschaft stehende Kaiserreich Mandschukuo, ein Marionettenstaat.

Nach einer Einarbeitungszeit wurde Pater Servatius die Leitung der neuen Station Sinchan in diesem Gebiet übertragen. Es gibt jedes Jahr Tage bis 42 Grad Kälte. Die Bevölkerung ist arm. Es sind koreanische Auswanderer oder chinesische Siedler, die sich beim Bauen der japanischen Kasernen etwas Geld verdienen wollen. „Die meisten leben von der Hand in den Mund. Da ist es schwer, ihnen vom Himmel zu predigen, während sie nicht wissen, wie sie sich auf Erden durchschlagen sollen.“

Durch die ständig wechselnden Fremdherrschaften hat sich in der Bevölkerung eine Ausländerfeindlichkeit aufgestaut, ein Hass auf alles Fremdländische, vor allem auf Europäer und Amerikaner. Jeder „ausländische Teufel“ muss getötet werden. Und das bekamen die Missionare, auch Pater Servatius, in aller Schärfe zu spüren.

Die in Kirin stationierten französischen Missionare boten ihm wiederholt an, zu ihnen zu kommen, wenn es für ihn auf seiner Station gefährlich würde. Das lehnte er ab mit der Begründung: Was wird aus meinen Christen, wenn ich sie im Stich lasse?

Unter dem Vorwand, Pater Servatius zu einem Schwerkranken zu rufen, drangen Soldaten der chinesischen roten Revolutionsarmee am 26. Mai 1946 gegen 21 Uhr in die Missionsstation ein und verschleppten den Pater. Gegen Mitternacht starb er.