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Aktuelle Arbeitsmarktdaten für Januar aus dem Landkreis Saarlouis

Arbeitsmarkt Kreis Saarlouis : Genaue Zahlen zur Kurzarbeit gibt es immer erst mit Verzug

Die Zahl der Landzeitarbeitslosen stieg im Vergleich zum Vorjahr um über 40 Prozent an. Offene Stellen gibt es im Landkreis Saarlouis vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen und im Baugewerbe.

Im Landkreis Saarlouis waren im Januar 6422 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 461 mehr als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter fast ein Viertel Arbeitslose mehr gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag mit 6,1 Prozent um 0,5 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und um 1,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres.

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block – Monat für Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung. Im Januar meldeten sich rund 700 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Das waren rund 350 mehr als im Dezember, jedoch ein Zehntel weniger als im Vorjahresmonat. Rund 290 Menschen haben eine neue Stelle gefunden, ein Fünftel weniger als im Vorjahr.

In den einzelnen Personengruppen gab es im Januar uneinheitliche Entwicklungen. Im Vergleich zum Vormonat ist die Arbeitslosigkeit  unterschiedlich stark angestiegen. Am stärksten fiel der Anstieg von Dezember auf Januar bei den Jugendlichen aus. Unterschiede zeigten sich auch beim Abstand zum Vorjahr. Im Januar waren 3764 Männer und 2658 Frauen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg zum Vorjahr von 21,5 Prozent bei den Männern. Bei den Frauen fiel der Anstieg mit 24,1 Prozent etwas höher aus. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag bei 314. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr um 15,4 Prozent erhöht.

2387 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Viertel erhöht. Mehr als ein Drittel der registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Januar 2271. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um über 40 Prozent.

Betrachtet man die beiden Rechtskreise – Agentur/Arbeitslosenversicherung und Jobcenter/Grundsicherung – getrennt, ist zu erkennen, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vorjahr im Bereich der Arbeitslosenversicherung niedriger ausgefallen ist als in der Grundsicherung. Bei der Agentur ist die Zahl der Arbeitslosen von Dezember auf Januar um 316 auf 3110 gestiegen, das war rund ein Fünftel mehr als vor einem Jahr. Beim Jobcenter im Landkreis Saarlouis waren im Januar 3312 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 145 mehr als im Dezember. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen um mehr als ein Viertel über dem Vorjahreswert.

Im Januar wurden im Kreis insgesamt 267 neue Stellen gemeldet. Die meisten gab es im Gesundheits- und Sozialwesen, im verarbeitenden Gewerbe und in der Zeitarbeit. Auch Baugewerbe, Handel, Erziehung und Unterricht, Öffentlicher Dienst, freiberuflich/wissenschaftlich/technische Dienstleistungen sowie Verkehr und Lagerei bieten viele offene Stellen. Aktuell stehen 1686 Stellen zur Besetzung zur Verfügung.

Seit Beginn der Corona-Krise trägt das konjunkturelle Kurzarbeitergeld wesentlich dazu bei, negative Effekte abzufedern und den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Im Landkreis Saarlouis haben im Januar 192 Betriebe für 1563 Beschäftigte neu Kurzarbeit angezeigt. Seit Beginn der Corona-Pandemie liegt die Zahl der  Unternehmen in Kurzarbeit bei 3031 und die der Beschäftigten bei 46 870. Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten jedoch nicht automatisch deren Realisierung. Daten über den Umfang der realisierten Kurzarbeit werden mit einer Wartezeit veröffentlicht, da hiermit eine sichere Statistik auf vollzähliger Basis mit hoher Datenqualität gewährleistet ist. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im August 739 Unternehmen der Region für 10 993 Beschäftigte Kurzarbeit umgesetzt.