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Arbeitslosenzahlen für den Landkreis Neunkirchen

Arbeitsmarkt : 770 offene Stellen warten auf Bewerber

16 Prozent mehr Menschen als im Januar des vorigen Jahres konnten im Landkreis Neunkirchen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Im Januar waren 39 896 Menschen im Saarland arbeitslos gemeldet, das waren 2036 mehr als im Dezember. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vormonat ist in einem Januar üblich. Die Zahl der Arbeitslosen lag im aktuellen Monat weiterhin deutlich über dem Vorjahreswert (plus 4700), der Abstand zum Vorjahr ist jedoch geringer geworden. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag bei 7,5 Prozent. Im Januar 2020 hatte sie noch 6,6 Prozent betragen.

„Die saisonale Erhöhung der Arbeitslosenzahlen ist für diese Jahreszeit typisch. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind am Arbeitsmarkt deutlich spürbar. Dies zeigt sich insbesondere im Vorjahresvergleich: Im Januar 2020 waren 35 200 Menschen ohne Arbeit, mit Stand Januar 2021 sind es fast 39 900 Menschen. Trotz einer durchaus vorhandenen Dynamik am Arbeitsmarkt können davon nicht alle Arbeitslosen profitieren. Vor allem die Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit bereitet daher Sorge“, kommentiert Madeleine Seidel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, die aktuelle Entwicklung.

Im Landkreis Neunkirchen waren im Januar 5904 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 338 mehr als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 793 Arbeitslose mehr gemeldet (plus 15,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag mit 8,2 Prozent um 0,4 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und 1,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres.

Monat für Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung. Im Januar meldeten sich über 470 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Das waren über ein Drittel mehr als im Dezember, jedoch rund 7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 273 Personen haben eine neue Stelle gefunden und konnten ihre Arbeitslosigkeit dadurch wieder beenden. Das waren fast 16 Prozent mehr als im Januar des Vorjahres.

In den einzelnen Personengruppen gab es im Januar relativ einheitliche Entwicklungen. Im Vergleich zum Vormonat ist die Arbeitslosigkeit bei allen betrachteten Personengruppen leicht angestiegen. Deutlichere Unterschiede zeigten sich beim Abstand zum Vorjahr. Im Januar waren 3446 Männer und 2458 Frauen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg zum Vorjahr von 14,4 Prozent bei den Männern. Bei den Frauen fiel der Anstieg mit 17,2 Prozent etwas höher aus. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im aktuellen Monat bei 595. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr um ein Zehntel erhöht. Rund 1900 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um über 16 Prozent erhöht. Mehr als ein Drittel der registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Januar 2099. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um fast 40 Prozent. Die Erhöhung der Langzeitarbeitslosigkeit ist besonders im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) zu beobachten.

Betrachtet man die beiden Rechtskreise getrennt, ist zu erkennen, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vorjahr im Bereich der Arbeitslosenversicherung mehr als doppelt so hoch ausgefallen ist wie in der Grundsicherung. Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen von Dezember auf Januar um 165 auf 2328 gestiegen, das war rund 23 Prozent mehr als vor einem Jahr. Beim Jobcenter im Landkreis Neunkirchen waren im Januar 3576 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 173 mehr als im Dezember. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen um 11,1 Prozent über dem Vorjahreswert.

Im Januar wurden im Landkreis Neunkirchen insgesamt 122 neue Stellen gemeldet. Die meisten offenen Stellen gab es im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Handel. Auch im Öffentlichen Dienst, in der Zeitarbeit und im Baugewerbe gab es viele offene Stellen. Aktuell stehen noch über 770 offene Stellen zur Besetzung zur Verfügung.

Seit Beginn der Corona-Krise trägt das konjunkturelle Kurzarbeitergeld wesentlich dazu bei, negative Effekte abzufedern und den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Im Landkreis Neunkirchen haben im Januar 101 Betriebe für 549 Beschäftigte neu Kurzarbeit angezeigt. Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 1617 Unternehmen Kurzarbeit für 15 929 Beschäftigte angezeigt. Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten jedoch nicht automatisch deren Realisierung. Daten über den Umfang der realisierten Kurzarbeit werden mit einer Wartezeit veröffentlicht, da hiermit eine sichere Statistik auf vollzähliger Basis mit hoher Datenqualität gewährleistet ist. Um möglichst zeitnah Zahlenmaterial zur Verfügung stellen zu können, werden Hochrechnungen auf Basis vorläufiger Daten vorgenommen. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im August 355 Unternehmen der Region für 2995 Beschäftigte Kurzarbeit umgesetzt.