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Wohnhausbrand
Ist mutmaßliche Brandstifterin krank?

Bei einem Brand in einem Wohnhaus in der Saarbrücker Saaruferstraße sind am Sonntag vier Menschen gestorben.
Bei einem Brand in einem Wohnhaus in der Saarbrücker Saaruferstraße sind am Sonntag vier Menschen gestorben. FOTO: Peter Stefan Herbst
Saarbrücken. (ko) Die mutmaßliche Brandstifterin des Großfeuers mit vier Toten und 20 Verletzten in der Saarbrücker Saaruferstraße ist möglicherweise nicht schuldfähig. Wie ihr Verteidiger, Christian Funk aus Saarbrücken, gestern unserer Zeitung sagte, hegt er „große Zweifel“ an der vollen Schuldunfähigkeit seiner 37-jährigen Mandantin. Funk traf sie gestern erstmals in der Justivollzugsanstalt Zweibrücken zu einem Gespräch. „Sie war aufgelöst und konnte keinen klaren Gedanken fassen. Sie sprach von Stimmen im Kopf, die sie bereits seit längerem hört“, so seine Schilderung. Offenbar auch zum Tatzeitpunkt am Sonntag. Im Gesprächsverlauf mit seiner Mandantin hätten sich zudem Hinweise auf Alkohol und Drogen angedeutet. Darum will Funk die 37-Jährige nun von einem Psychiater untersuchen lassen. Von Christine Kloth
Christine Kloth

(ko) Die mutmaßliche Brandstifterin des Großfeuers mit vier Toten und 20 Verletzten in der Saarbrücker Saaruferstraße ist möglicherweise nicht schuldfähig. Wie ihr Verteidiger, Christian Funk aus Saarbrücken, gestern unserer Zeitung sagte, hegt er „große Zweifel“ an der vollen Schuldunfähigkeit seiner 37-jährigen Mandantin. Funk traf sie gestern erstmals in der Justivollzugsanstalt Zweibrücken zu einem Gespräch. „Sie war aufgelöst und konnte keinen klaren Gedanken fassen. Sie sprach von Stimmen im Kopf, die sie bereits seit längerem hört“, so seine Schilderung. Offenbar auch zum Tatzeitpunkt am Sonntag. Im Gesprächsverlauf mit seiner Mandantin hätten sich zudem Hinweise auf Alkohol- und Drogenkonsum angedeutet. Darum will Funk die 37-Jährige nun von einem Psychiater untersuchen lassen.



Das Motiv der Tat ist für den Anwalt noch ein Rätsel. Die Frau habe die Bewohner des Hauses in der Saaruferstraße in der Unterhaltung als ihre „Familie“ bezeichnet. Streitigkeiten habe es keine gegeben. Nach ersten polizeilichen Erkenntnissen soll die 37-Jährige in ihrem Ein-Zimmer-Appartement ein Kopfkissen ihres Bettes angezündet haben. Anschließend habe sie das Haus verlassen. Am späten Sonntagabend kam sie zurück, und die Polizei nahm die Frau fest.

Die Landeshauptstadt Saarbrücken hat im Foyer des Rathauses St. Johann ein Kondolenzbuch für die Opfer der Brandkatastrophe ausgelegt. Bürger können mit einem Eintrag ihre Anteilnahme bekunden. Das Kondolenzbuch liegt noch bis einschließlich Freitag aus. Eintragen kann man sich täglich von 8.30 Uhr bis 17 Uhr.