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Gnadenfrist für die Vereine?
Gillo macht Rückzieher nach Proteststurm in Ludweiler

Bei Veranstaltungen wie der Oldienacht der Beele’s ist die Warndthalle in Ludweiler rappelvoll.
Bei Veranstaltungen wie der Oldienacht der Beele’s ist die Warndthalle in Ludweiler rappelvoll. FOTO: Thomas Seeber
Ludweiler. Regionalverbandsdirektor stoppt Umbau der WC-Anlagen und vorgesehene Halbierung der Besucherplätze in der Warndthalle. Von Bernhard Geber

Ludweiler hat das bei weitem intensivste Vereinsleben in Völklingen. Und die Warndthalle in Ludweiler gilt als unersetzlicher Stützpunkt für Großveranstaltungen wie die der Karnevalsgesellschaft Beele’s. Die haben da erst gerade wieder ihre Oldienacht und ihre Kappensitzung hingelegt – Veranstaltungen, die letzten Endes auch den von den Beele’s veranstalteten großen Fastnachtsumzug finanzieren.


Beim gemeinsamen Abbau der Hallendekoration am Aschermittwoch verbreitete sich dann bei den Karnevalisten die Schock-Nachricht. Dürfen künftig nur noch 400 statt bisher 800 Besucher auf einmal in die Halle? Beele’s-Präsidentin Tanja Baschab hatte gehört, dass dies die Konsequenz sein solle, wenn der Eigentümer, der Regionalverband, die dortigen Toiletten saniert. Und Sylvia Kuhn, Beele’s-Vorstandsmitglied und Ortsratsmitglied in Ludweiler, legte in der folgenden Sitzung des Ortsrates dieses Gremiums noch einen drauf. Kuhn sagte: „Für die Beele‘s ginge es dann um die Existenz und für andere Ludweiler Vereine vermutlich auch.“ Christiane Blatt (SPD), künftige Völklinger Oberbürgermeisterin, stammt aus Ludweiler. Und Regionalverbandsdirektor Peter Gillo ist ihr Parteifreund. Klaus Lorig (CDU), noch Oberbürgermeister, griff nach eigenen Angaben gleich zum Telefon, um Gillo zu erklären, das eine solche Beschränkung unmöglich sei.

Nun bemüht sich der Regionalverbandsdirektor, die Wogen zu glätten. „Warndthalle soll für Veranstaltungen weiter nutzbar sein – Regionalverbandsdirektor stoppt bisherige WC-Umbaupläne“ lautet die Überschrift einer Pressemitteilung, die am Donnerstagabend hinausging. Auch als Beispiel politischer formulierungkunst zitieren wir einige Passagen wortwörtlich: „Die Warndthalle in Völklingen-Ludweiler soll auch zukünftig für größere kulturelle Veranstaltungen nutzbar bleiben.“ Zur drohenden Reduzierung der Besucherzahl auf maximal 400 heißt es: „Wir sind uns bewusst, dass zahlreiche Vereine aus dem Völklinger Raum für Großveranstaltungen auf die Mehrzweckhalle angewiesen sind. Deshalb suchen wir nach Lösungen, so dass die Warndthalle auch zukünftig möglichst im bisherigen Umfang für Vereinszwecke genutzt werden kann. Die bisherigen Umbaupläne der WC-Anlagen sind deshalb gestoppt.“

Mit Blick auf die geplante WC-Sanierung wird gesagt: „Aufgrund des erforderlichen Platzbedarfs, der heutigen Baubestimmungen sowie der saarländischen Versammlungsstättenverordnung wäre die Halle danach jedoch nur noch für etwa 400 Besucher geeignet.“ Deshalb müssten „andere Lösungen“ gefunden werden. „Wir werden zunächst die Eignung der Warndthalle als Versammlungsstätte unter die Lupe nehmen. Dabei geht es dann nicht nur um die Anzahl der WC-Anlagen, sondern auch um Fluchtwege und Brandschutz. Danach planen wir gemeinsam mit der Stadt Völklingen die weiteren notwendigen Schritte, um die Warndthalle auch weiterhin den Vereinen in der Region als Veranstaltungsort zur Verfügung stellen zu können.“

Der WC-Umbau ist also – zumindest vorerst – gestoppt. Bleibt abzuwarten, was in Sachen Warndthalle letztlich hinten rauskommt.



Regionalverbandsdirektor Peter Gillo.
Regionalverbandsdirektor Peter Gillo. FOTO: Lars Weber