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Schulprojekt
Schüler tischen königliche Leckerei auf

Saarbrücken. Profi aus Saargemünd zeigt jungen Leuten das Backen von Galettes des Rois. Die setzen das Erlernte in die Tat um.

Die Grenzlage Saarbrückens bietet für den Französischunterricht einen großen Vorteil. Grau ist bekanntlich alle Theorie. Um Schülern französische Lebensart näherzubringen, muss man sie nur in die Saarbahn setzen und ist 20 Minuten später in Saargemünd. Genau das haben kürzlich Urian Casabianca, Juniorbotschafter des Deutsch-Französischen Jugendwerks, und Célia Galiny, Sprachassistentin für Französisch im Gymnasium am Rotenbühl, gemacht.


Mit 26 Schülerinnen und Schülern der 6b1 besuchten sie Bäckermeister Julien Fröhlich in seiner Saargemünder Backstube, um ihm zuzusehen, wie er den französischen Dreikönigskuchen „Galette des Rois“ backt.

Am Donnerstagabend kam Bäcker Fröhlich, der den traditionellen Blätterteigkuchen nicht nur mit Marzipan, sondern mit sechs verschiedenen Füllungen herstellt, zum Gegenbesuch vorbei. Die Klasse hatte tagsüber fünf Galettes mit Marzipan nach Fröhlichs Rezept in der Schulküche nachgebacken und ihren Eltern sowie Fröhlich zum Kosten serviert.



„Schmeckt gut“, sagte Fröhlich. „Wir haben auch Kronen gebastelt“, sagte Galiny. Denn mit Dreikönigskuchen ist ein ganzes Ritual verbunden. Das und die kulturellen Hintergründe haben Galiny und Casabianca den Kindern natürlich auch vermitteln wollen. „Einer geht mit dem Kuchen um den Tisch herum und fragt, wer als Nächster ein Stück davon bekommen soll, ein anderer sitzt unter dem Tisch und nennt einen Namen“, erläutert Galiny. In einem der Kuchenstücke ist eine kleine Figur aus Steingut, „Fève“, Bohne genannt, eingebacken.

„Wer sie findet, wird König und alle müssen an dem Tag machen, was er wünscht“, erklärt die französische Sprachassistentin. Den Brauch und das Rezept mit den nötigen Vokabeln hat sie vor der Saargemünd-Fahrt mit den Kindern im Unterricht vorbereitet und hinterher gemeinsam mit ihnen auf großen Papptafeln dokumentiert.

Auch viele Fotos, die die Exkursion illustrierten, waren darauf zu sehen. Jil, Jule und Verena beeindruckte besonders der Saargemünd-Teil. „Fröhlich macht am Tag 500 kleine Kuchenteile“, erzählt Jule. So viele, das habe sie doch überrascht. Jil wiederum staunt, dass ihr der Kuchen schmeckt, „obwohl ich eigentlich kein Marzipan mag“. Erst seit einem halben Jahr lernt die Klasse Französisch. Verena findet die Sprache „schwerer als Englisch“, Jil „eigentlich leichter“. Jules Oma, die Donnerstag extra aus der Pfalz angereist war, fand es schön, „dass die Eltern und Großeltern überhaupt mal einen Einblick bekamen, was in der Schule gemacht wird“.

Ganz selbstverständlich ist so ein Projekt mit Exkursion übrigens nicht. Möglich wurde sie, weil das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) zum Deutsch-Französischen Tag eine Projektförderung ausgeschrieben hatte, erklärte DFJW-Botschafter Casabianca.