Die Party geht noch etwas weiter

Fünf Jahre lang hat die Gruppe „C'est Dur la Culture!“ am Römerkastell Partys organisiert – zuletzt auch den Club des deutsch-französischen Theaterfestivals Perspectives. Vor zwei Wochen kam die Kündigung.

Irgendwann würde die Kündigung kommen, da waren sich Giovanni D'Arcangelo und das Team von "C'est Dur la Culture!" sicher. Als ihr bisheriger Vermieter den Jugendkulturmachern dann aber vor etwa zwei Wochen mitteilte, dass das ehemalige Becolin-Gebäude am Saarbrücker Römerkastell verkauft ist und sie den Teil, den sie bisher genutzt haben, bis September räumen müssen, war die Enttäuschung doch groß.

Auch wenn D'Arcangelo dem Partyvolk versichert, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist, keine bösen Mächte am Werk sind und man dem Vermieter dankbar sei für die fünf guten Jahre, war die Unruhe groß. Dass es irgendwie an anderer Stelle weitergeht, sei klar, versicherte die "C'est Dur la Culture!"-Gruppe. Aber wo und ab wann?

Das Telefon habe nicht mehr still gestanden. Viele aus der Partyszene hätten Hilfe angeboten, berichtet "C'est Dur la Culture!". Man habe aber auch viel damit zu tun gehabt, Gerüchten zu widersprechen. Etwa dem, dass es nie mehr eine "C'est Dur la Culture!"-Party gebe.

Dann passierte etwas, was die "C'est Dur la Culture!"-Macher "das kleine Wunder, das Happy End, das Licht im Dunkeln" nennen - "fast schon zu klebrig, als dass es erzählt werden kann". Sie haben es dennoch erzählt. Und diese Geschichte geht so: "Gerührt" von der großen "Anteilnahme" der Partygemeinde im Internet, seien die Käufer des Becolin-Areals auf "C'est Dur la Culture!" aufmerksam geworden. Die neuen Eigentümer vereinbarten mit den Partyveranstaltern eine Vertragsverlängerung bis zum 31. Dezember. "Wir haben zwar noch nichts schriftlich, aber immerhin einen festen Handschlag. Das verschafft uns die Zeit, die wir brauchen, um klarzukommen", teilt "C'est Dur la Culture!" mit.

Die Sommersaison soll nun wie geplant zu Ende gebracht, am 12. September zum letzten Mal eine Veranstaltung draußen organisiert werden. Ab Mitte September wird das Theater im Innern ein letztes Mal umgebaut, so dass man es ab 17. Oktober bis zum Jahreswechsel in der "Temporären Zone" noch "so richtig krachen" lassen könne.

In der Silvesternacht solle die Partyzone am Römerkastell dann "zum sterbenden Stern" werden - sprich: es soll noch eine letzte große Party an diesem Ort geben. Und bis dorthin ist womöglich klar, wo es danach weitergehen kann.