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Digitales Lernen
Auf dem Eschberg lernen Grundschüler digital

Erik Münster (Vordergrund) stellte gestern in der Grundschule auf dem Eschberg Lehrern und Schülern moderne Lernsysteme vor.
Erik Münster (Vordergrund) stellte gestern in der Grundschule auf dem Eschberg Lehrern und Schülern moderne Lernsysteme vor.
Saarbrücken. Erik Münster setzt im Unterricht auf Laptop und Beamer. Das Konzept will er flächendeckend einführen.

Eine Grundschulklasse, in der sich ein Lehrer gezielt um Schülern kümmern kann, die in Mathematik das eine oder andere Problem nicht lösen können. Schwächere Schüler haben die Möglichkeit, sich durch das Lösen von Aufgaben auf ihrem Niveau zu verbessern, und besonders talentierte Schüler können sich ebenfalls verbessern, in dem sie anspruchsvollere Aufgaben lösen – alle Schüler unabhängig voneinander und in einem Raum.


Was auf den ersten Blick wie eine Vision aussieht, würde Grundschullehrer Erik Münster aus Merzig gerne in den nächsten zwei Jahren flächendeckend im ganzen Saarland einführen. „Wahrscheinlich wird es aber länger dauern. Es liegt schließlich auch an den finanziellen Mitteln der Schulträger. Möglich wäre es meiner Meinung nach in zwei Jahren“, sagt der 46-Jährige. Das Stichwort heißt digitales Lernen. Die Stadt Saarbrücken und der Verein zur Förderung moderner Lernsysteme „Lernwelt Saar“ luden gestern zu einem Informationstag in die Grundschule auf dem Eschberg ein. Alle 29 Grundschulstandorte der Landeshauptstadt waren geladen.

20 Lehrer kamen und hörten sich das Konzept an. Pädagogisch hochwertige Internetseiten, auf die Lehrer und Schüler zugreifen, gibt es bereits. „Die Schweizer und die Luxemburger sind uns, was das digitale Lernen angeht, meilenweit voraus. Diese Länder haben allerdings auch das nötige Kleingeld“, sagt Erik Münster, der das digitale Lernen für das Saarland koordiniert. 



Es gilt, eine bestimmte Matheaufgabe in der Schulstunde am Computer zu lösen. Ist die Aufgabe richtig gerechnet, kann der Schüler die nächste, schwierigere Aufgabe angehen. Ist sie falsch, bekommt der Schüler vom Computer Tipps, und zudem kann der Lehrer helfen. „Diese Art von Unterricht, kann auch eine Erholung für den Lehrer sein, da die Kinder größtenteils selbstständig arbeiten. Allerdings muss man sich als Lehrer für eine solche Unterrichtsform begeistern. Das können nicht alle“, sagt Münster.

Die Mathe-Aufgaben sind nur ein Teil von einem sehr großen Bereich rund um das digitale Lernen. Dennoch ist sich Marianne Granz vom Verein Lernwelt Saar sicher: „Unsere Kinder werden irgendwann dazu gezwungen sein, sich an ihrem Arbeitsplatz in allen Facetten der digitalen Medien auszukennen. Das digitale Lernen ist ein tolles Angebot.“ Allerdings braucht man auch einen Raum für diesen Unterricht. Zudem Laptop für jeden Schüler und für den Lehrer, Beamer, Leinwand und die Software. Erik Münster schätzt die Investitionskosten für einen solchen Raum auf 10 000 Euro.