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Heimatkunde, neu sortiert und entstaubt in der Heimatstube Riegelsberg

Heimatstube Riegelsberg : Heimatkunde, neu sortiert und entstaubt

Erste Ausstellungsstücke der Heimatstube in Riegelsberg sind schon digitalisiert – dank Hilfe der Beschäftigungs-Förderungsgesellschaft.

In der Köllertaler Heimatstube wird seit Monaten kräftig aufgeräumt. Nach der gut besuchten Ausstellung „Bares für Rares“ im Dezember im Rathaus, in der die Schätze der Heimatstube einem breiten Publikum vorgestellt und auch doppelte Ausstellungsstücke verkauft wurden – sogar ans Historische Museum in Saarbrücken – stand nun ein weiterer Schritt an: Sortieren, Inventarisieren und letztendlich Digitalisieren der Exponate.

Dr. Carolin Lehberger, Frank Schmidt, Rainer Feld und Stephan Lehberger vom Vorstand des Vereins für Industriekultur und Geschichte Köllertal sowie Neumitglied David Lang haben dabei kräftig mit angepackt. Die vier Räume des Heimatmuseums im Keller der ehemaligen Hauswirtschaftsschule wurden dabei auch von Spinnweben, toten Mäusen, wurmstichigen Holzbetten, verfranzten Teppichen und vielem mehr befreit. Beim Abtransport halfen die zupackenden Mitarbeiter des Sozialkaufhauses „Guddes“.

Ziel der Putz- und Sortieraktion ist es auch, einen Überblick über die Exponate zu erhalten. Zusammengetragen wurden die Zeugnisse aus der Vergangenheit unserer Heimat über viele Jahre von den rührigen Heimatkundlern Norbert Krämer, Hans Rössler, Heinz Schuster, Hans-Werner Kopischke, Otmar Hörhammer, Joachim Maurer und Günther Paulus sowie von zahlreichen Spendern aus dem Köllertal. „Ihnen allen gilt unser Dank“, erklärte der 1. Vorsitzende Franz-Josef Warken.

Doch um ein attraktives, in die Zukunft gerichtetes und alle Altersgruppen ansprechendes Museum auf die Beine zu stellen, müssen die Exponate systematisch geordnet und mit Hilfe moderner Medien aufbereitet werden. Hierfür ist die nun in Angriff genommene Inventarisierung nötig. Den Fokus will der Verein auf drei Hauptthemen für das Heimatmuseums legen: Landwirtschaft, Bergbau und ortsansässiges Gewerbe.

Unterstützt wird der Verein für Industriekultur und Geschichte hierbei von der ABG (Ausbildungs- und Beschäftigungs-Förderungsgesellschaft der Gemeinden Heusweiler und Riegelsberg): Mitarbeiter der ABG haben Exponate rund um die Brauerei Gross, die einst das Riegelsberger Ortsbild prägte, fotografiert, geordnet und digitalisiert.

„Was anfangs uns allen als ein so großes, schier nicht zu realisierendes Projekt erschien, entpuppt sich dank der Hilfe durch die ABG als stemmbar“, freute sich Dr. Carolin Lehberger, als sie den Stick mit den digitalisierten Exponaten der Brauerei Gross in Empfang nehmen konnte. „Man muss halt nur den Mut haben anzufangen. Als nächstes wird die ABG für uns die dekorativen Verpackungen von Lebensmitteln und Haushaltswaren der 1950-er Jahre fotografieren und digitalsieren.“

„Für uns als ABG war das Fotografieren und Digitalisieren von Exponaten der Heimatstube ein weiteres Projekt im Rahmen unserer Förderung von Langzeitarbeitslosen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfahren damit sinnvolles Arbeiten, das dem Gemeinwohl dient, und sie bauen ihre betrieblichen und fachlichen Fähigkeiten aus,“ erklärte ABG-Geschäftsführerin Kerstin Halladin. „Das wirkt sich letztendlich positiv auf ihr Selbstbewußtsein aus und vermittelt Lebensfreude,“ ergänzte ihre Kollegin Anne Schäfer. Im Verein hofft man, die neu organisierte Ausstellung im Herbst einem breiten Publikum öffnen zu können.