Verein Fröhner Wald will mehr Abstand

Verein Fröhner Wald will mehr Abstand

Der Verein Fröhner Wald, der den Windpark Fröhn verhindern will, weist Vorwürfe aus dem Riegelsberger Gemeinderat zurück und hält 800 Meter Mindestabstand zur Wohnbebauung für zu gering. 2000 Meter sollten es schon sein.

Der Verein Fröhner Wald - für Mensch und Natur hat auf die Vorwürfe reagiert, die Volker Christmann in der jüngsten Sitzung des Riegelsberger Gemeinderates erhoben hatte ("Bröckelt der 800-Meter-Konsens?", SZ vom 29. April). Der CDU-Kommunalpolitiker hatte dem Verein eine Mitschuld im Falle der Ablehnung der Flächennutzungsplan-Änderung (von 650 auf 800 Meter Mindestabstand zur Wohnbebauung) bescheinigt. Der Sachverhalt stelle sich aber anders dar, sagt Vorstandsmitglied Horst Siegwart.

Demnach votierten Saarbrücken und Püttlingen frühzeitig aufgrund eigener Windkraftpläne für die Beibehaltung von 650 Meter - beide Städte vereinen fast die Hälfte aller Stimmen im Kooperationsrat des Regionalverbandes Saarbrücken, der über die Änderung entscheidet: nämlich zwölf von 28 (Anmerkung der Redaktion). Indifferent und "Zünglein an der Waage" seien einige wenige von Windkraftplanungen nicht betroffene Gemeinden, "die den windkraftaffinen Kollegen nicht im Wege stehen wollen. Hierdurch könnte es in der Tat zu einer Pattsituation oder einer Ablehnung der FNP-Änderung im Kooperationsrat kommen", meint Siegwart.

Der Verein Fröhner Wald - für Mensch und Natur habe frühzeitig erklärt, dass er beide Abstandsszenarien (650 und 800 Meter) als völlig ungeeignet erachtet, Anwohnern von Windkraftanlagen einen hinreichenden Schutz vor Gesundheitsgefahren sicherzustellen. Siegwart: "Hierzu wären zwingend Abstände gemäß der 10 H-Regel (das heißt 2000 Meter Abstand bei 200 Meter Anlagenhöhe) notwendig, die in zahlreichen Ländern bereits praktiziert wird. Der saarländische Landesgesetzgeber weigert sich jedoch, diese Regel nach dem Vorbild Bayerns einzuführen." Er stelle den Wunsch nach Raum für Windkraft über den "verfassungsrechtlich verankerten" Schutz der Bürger vor Unversehrtheit, meint Siegwart.

Auf die gleiche Sitzung des Riegelsberger Gemeinderates bezieht sich Andreas Schramm, FDP-Ortsvorsitzender in Riegelsberg und Mitglied im Landesvorstand der FDP Saar. Dass sich der Rat mit großer Mehrheit für die Ausweitung des Abstandes zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung von 650 auf 800 Meter ausgesprochen hat, sei eine Missachtung des Bürgervotums. Bei der Bürgerbefragung am 2. November 2014 hätten sich rund 67 Prozent der Teilnehmer, nach Schramms Ansicht "wegen der hohen Gesundheitsrisiken, der Verschandelung der Landschaft und der zu erwartenden Unrentabilität gegen den Bau von drei Windrädern im Fröhner Wald ausgesprochen".
Antrag abgeschmettert

Der Antrag von FDP und Linke im Gemeinderat, dass Riegelsberg im Kooperationsrat beantragen solle, das Gebiet Fröhner Wald von der geplanten Änderung des Flächennutzungsplanes auszunehmen, sei "von SPD , CDU und Grünen leider abgeschmettert" worden.

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