Hochwasserschutz geht ins Geld

Püttlinger Problemwasser wird gebändigt. Tiefbau findet meist im Verborgenen statt, kostet aber viel Geld. Wir haben uns über den Stand der Arbeiten am Schlehbach informiert. Hochwasser-Schäden wie im Juni 2010 soll es dort künftig nicht mehr geben.

Mit rund drei Millionen Euro ist das Projekt "Umbau und Schutzmaßnahmen" am Püttlinger Schlehbach veranschlagt. Hans-Egon Maurer, verantwortlicher Tiefbauingenieur beim Eigenbetrieb Technische Dienste der Stadt Püttlingen , erläuterte vor Ort die Hintergründe. Maurer: "Ausschlaggebend war das Hochwasser am 6. Juni 2010."
Drei Jahre Planung

Damals waren, wie von der SZ berichtet, Häuser im Neubaugebiet Schlehbach arg von Wasserschäden betroffen. Danach gab's Gutachten, Berechnungen und eine dreijährige Planung. Jetzt arbeitet eine ganze Mannschaft der Ottweiler Baugesellschaft (OBG) daran, dem normalerweise friedlichen, bei Starkregen unberechenbaren Schlehbach seinen Schrecken zu nehmen. Im Schlehbachtal arbeiten Menschen mit schweren Maschinen. Mehrere Ziele werden verfolgt.

"Als erstes bauen wir ein großes Rückhaltebecken für den Mischwasserkanal", erklärte OBG-Bauleiter Sascha Lupp. Mit enormer Maschinenkraft, dem so genannten Rammbär, werden Stahlspundwände neun Meter tief in den Boden gerammt, Wand an Wand, kreisrund, so dass ein Rückhaltebecken mit einem Außendurchmesser von 23 Meter entsteht. Das hält bei Stark regen 1100 Kubikmeter Kanalbrühe zurück, die später, nach und nach, wieder abgeleitet werden.

Zweite Maßnahme ist der Bau eines neuen Mönchs für den Schlehbach. Als Mönch bezeichnet man im Wasserbau seit Jahrhunderten ein Bauwerk, das den Zu-, Über- und Ablauf des Wassers reguliert: "Der Schlehbach wird damit gebändigt und für ein 100-jähriges Regenereignis gesichert", betonte Ingenieur Maurer.

Beim erwähnten Hochwasser 2010 handelte es sich "nur" um ein 25-jähriges Regenereignis, gleichwohl mit fatalen Folgen für die Bewohner im Neubaugebiet.

Die dritte Wasserbau-Maßnahme am Schlehbach könnte man am ehesten als "gesteuerte Renaturierung" bezeichnen, sagte Maurer. Das bedeutet: Im Rahmen des Machbaren wird der Bachlauf leicht verändert, zu so genannten Mäandern (Flussschlingen), so dass das Wasser langsamer abfließt.
Feste Ufer-Begrenzung

Sicherheitshalber werden die Bachränder so befestigt, dass der Bach, mitten im Wohngebiet, nicht grenzenlos ausufern kann. Insgesamt verbauen die Technischen Dienste der Stadt am Schlehbach rund drei Millionen Euro.

Bauleiter Lupp erläuterte: "Die Bauzeit beträgt 15 Monate. Es werden 600 Meter neuer Kanal mit einem Durchmesser zwischen 25 und 120 Zentimetern verlegt. Wir verarbeiten 110 Tonnen Stahl und 1200 Kubikmeter Beton."

Am Ende der Maßnahme werde das Schlehbachtal dann neu begrünt. Der in der Bevölkerung beliebte Schlenderweg werde wieder hergestellt, ebenso der Fußweg auf der anderen Seite der Umgehungsstraße, der um drei Meter erhöht wird.