Peter Brach war 50 Jahre Turntrainer in Auersmacher

Poträt : 50 Jahre Turntrainer in Auersmacher

Peter Brach ist eine Institution beim TV. Hunderte junger Leute lernten bei ihm zu turnen. 2019 legte er sein Amt nieder.

Im Sommer 1963 ging Peter Brach zusammen mit einem Freund in eine Turnstunde des TV Auersmacher. Eigentlich wollte der damals zehnjährige Peter nur mal reinschnuppern und schauen, ob ihm Turnen überhaupt Spaß macht. „Es gab ja früher nicht viele Alternativen. Feuerwehr, Kirchenchor oder Fußball konnte man in der Freizeit machen. Fußball habe ich gespielt, aber das hat mich nicht fasziniert. Beim Turnen war das anders, da war ich sofort hin und weg“, sagt der 66-Jährige.

An diesem Wochenende feiert der TV Auersmacher sein 125-jähriges Bestehen. Aus dem Reinschnupperer Peter ist eine Vereinslegende geworden, die wie kaum ein anderer das Turnen an der oberen Saar und darüber hinaus geprägt hat.

Bereits mit 16 Jahren wurde der Auersmacher, der seit 30 Jahren im Nachbarort Sitterswald lebt, Trainer des männlichen Nachwuchses des TVA. „Der damalige Vorsitzende hat mich zu einem Trainerlehrgang geschickt. Das war damals so. Da wurde man nicht groß gefragt“, erinnert sich Peter Brach und muss lachen. Es folgten viele Trainerausbildungen und Lehrgänge in der Deutschen Turnschule in Frankfurt. Das Jungenturnen in Auersmacher fing regelrecht an zu boomen. „Wir hatten Turngruppen mit 20 Jungs – und das in verschiedenen Altersklassen. Wir waren fast täglich in der Halle und am Wochenende auf Wettkämpfen oder Lehrgängen“, blickt der 66-Jährige zurück.

Neben seiner Trainertätigkeit war der junge Peter auch selber noch ein erfolgreicher Turner. Boden und Sprung waren seine Lieblingsgeräte. Er war zigmal Gaumeister und auf Landesebene im Turnen und in der Leichtathletik immer vorne dabei. Doch er stellte seine eigene Karriere für den Nachwuchs zurück.

Wichtig war ihm immer, dass alle Kinder mitturnen konnten, egal ob talentiert oder nicht. „Der Turnverein macht ein Angebot für alle Kinder, und mir war es wichtig, dass auch die nicht so guten Turner gerne kommen und ihren Spaß haben“, sagt der ehemalige Postbeamte, der mittlerweile in Rente ist.

Talente, wie Rüdiger Jakobs oder Kevin Rausch, gab es dennoch in allen Jahrzehnten genügend. Sogar Fußball-Nationalspieler Jonas Hector lernte bei Peter Brach das Turnen. Wie vielen Kindern er seinen Sport beigebracht hat, weiß er heute nicht mehr. Es waren viele hundert, vielleicht auch tausend.

Während das Jungenturnen in den Vereinen an der Oberen Saar bis nach Saarbrücken oder in den Bliesgau nach und nach ausstarb, machte Peter Brach mit seinen Jungs immer weiter. Sogar Kinder aus Saarbrücken, dem Mandelbachtal und Frankreich kamen in die Auersmacher Schulturnhalle zum Training.

„Schön war es immer, wenn die Kinder von ihren Vätern zum Training gebracht wurden. Die Väter hatte ich als kleine Buben auch im Training. Wir haben dann oft über die vergangenen Zeiten geredet“, sagt der Familienvater.

In diesem Jahr zog die Turnerlegende von der Oberen Saar den Schlussstrich und hörte nach genau einem halben Jahrhundert als Turntrainer auf. „50 Jahre sind genug. Das habe ich für mich entschieden. Es war eine wunderbare Zeit und ich kann nur allen Kindern und Jugendlichen ans Herz legen, in ihren Orten in die Vereine zu gehen und die tollen Angebote zu nutzen“, sagt Peter Brach. Er war und ist Ehrenamtler durch und durch.

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