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Köllertal-Wetter
Polarluft kommt ins Köllertal

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Im Januar hatten wir im Köllertal deutlich mehr als das Doppelte der üblichen Regenmenge. Jetzt, im Februar, scheint der Winter doch noch vorbeizuschauen. Von Jörg Hoffmann

Ein extrem milder, nasser und trüber Januar liegt hinter uns. Mit einem Temperaturmittel von 4,9 Grad fiel er um 4,4 Grad zu mild aus und glich damit eher einem November oder März. Außerdem erlebten wir bei einer Regensumme von 166 Liter pro Quadratmeter – ein Überschuss von 130 Prozent! – den regenreichsten Januar seit 23 Jahren (1995 fielen 213 Liter). Die Sonne machte sich, wie schon seit November, ungewöhnlich rar, erreichte nur ein Drittel ihres Solls. Doch zum Start in den Februar scheint der Winter tatsächlich noch aus seinem langen Winterschlaf zu erwachen. Erstmals in diesem Winterhalbjahr deutet sich eine nachhaltige Umstellung zu einer winterlichen Großwetterlage an. Dabei leitete Sturmtief Kari über dem Nordmeer die Wetterwende ein. In Etappen wird es nun kälter, die Temperaturen gehen auf Talfahrt. Nach dem kräftigen Regen vom Mittwoch strömte hinter der Kaltfront des Tiefs feuchte Polarluft ein, zunächst ist es nass-kalt bei noch leichten Plusgraden, ehe zu Beginn der nächsten Woche mit Zufuhr trocken-kalter Festlandsluft aus Nordosteuropa Dauerfrost einsetzen soll. Bis zum Wochenende liegen wir unter einem umfangreichen, mit maritimer Polarluft angefüllten Höhentrog, der vom Nordmeer über Mitteleuropa bis nach Nordafrika reicht. Gleichzeitig dehnt sich ein Höhenkeil von den Azoren über England bis nach Skandinavien aus. Zwischen tiefem Luftdruck über Osteuropa und hohem Druck über Nordeuropa können ab Montag Luftmassen arktischen Ursprungs einströmen. Noch bis Sonntag sind Schneeschauer möglich, während wir uns in der nächsten Woche über einige trocken-kalte Wintertage freuen.


Heute ist es stark bewölkt, und es treten wiederholt Schneeregen- oder Schneeschauer bei nass-kalten Höchstwerten um 3 Grad auf. In der Nacht zu Samstag kann es zeitweise schneien, und auch tagsüber halten sich dichte Wolken mit schauerartigem Schneefall bei Temperaturen von null bis zwei Grad. Am Sonntag dreht die Strömung auf Nordost, die Schneeschauer lassen nach, und die Bewölkung lockert auf bei knappen Plusgraden. Am Rande des Hochs über der Nordsee stellt sich von Montag bis Mittwoch freundliches Winterwetter ein. Es ist teils wolkig, teils heiter, und endlich kann sich die Sonne nach langer Abstinenz wieder bei uns blicken lassen. Bei einem böigen Nordostwind setzt Dauerfrost bei minus 3 bis 0 Grad ein, in den Nächten herrscht bei Aufklaren leichter bis mäßiger Frost von minus 3 bis minus 7 Grad. In der zweiten Wochenhälfte können Tiefausläufer aus Nordwest Schneefall bringen. Nach kurzer Milderung soll es aber rasch wieder kälter werden, so dass der Winter auch über die Fastnachtstage durchhält.