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Kolumne
Darauf können wir lange warten

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Fliegende Säcke oder gelbe Tonnen? Im Prinzip könnte man ja auf beides verzichten.

In der vergangenen Woche hat es erneut heftig gestürmt. Was in unserer Region mal wieder das Thema gelbe Säcke in den Vordergrund rückte. Die fliegen, weil sie relativ  leicht sind, bei stark böigem Wind  gern mal durch die Gegend.



Im sozialen Netzwerk Facebook wird gerade sehr ausgiebig über Sinn und Unsinn der Säcke diskutiert. Die einen regen sich darüber auf, dass die Beutel immer dünner werden, die anderen würden am liebsten den Krähen Gift geben, weil sie die Säcke liebend gerne aufreißen und sich der Inhalt auf Straße und Trottoir ergießt. Ist mir auch schon passiert, das Einsammeln des Mülls über bestimmt 20 Meter in gebückter Haltung hat wenig Laune gemacht.

Und dann gibt es noch den immer lauter werdenden Ruf nach einer gelben Tonne. Ich weiß nicht so recht, was ich davon zu halten habe. Einerseits würden dadurch die fliegenden Tüten und die Krähen-Attacken der Vergangenheit angehören, andererseits hätte man eine weitere Tonne vor der Haustür stehen.

Will man das? Seltsamerweise wird über Plastikmüll-Vermeidung  nur wenig bis gar nicht geredet. Alles Mögliche steckt in Klarsicht-Folien und Kunststoff-Beuteln, selbst Bio-Ware wird darin erstickt. Ich würde mir wünschen, dass unsere gewählten Volksvertreter hinsichtlich der Müllvermeidung viel mehr Druck machen würden auf die Hersteller dieses ganzen Zeugs, das der Umwelt Schaden zufügt.

Die Frage, in  welches Behältnis die  unsäglichen Umverpackungen gehören, hätte sich damit weitestgehend erledigt. Darauf aber wird man wohl noch lange warten müssen. Es hat ja auch ewig gedauert, bis im Einzelhandel die Plastik-Einkaufstüten kostenpflichtig geworden sind.