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Auszeichnung für Karlsberg
Karlsberg überzeugt auch international

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Wir Saarländer stellen unser Licht ja immer wieder gerne unter den Scheffel. Zumindest in Sachen Bier brauchen wir das nicht zu tun, wie zwei internationale Wettbewerbe für die besten Brauer zeigen. Von Martin Rolshausen

Die Sonnenstrahlen, die uns gerade ab und zu streicheln, täuschen darüber hinweg: Vor wenigen Tagen war das Ende nah. Jedenfalls sah das eine Bekannte von mir so. Regen, Regen, Regen. Es werde langsam unheimlich. Und es sei „wohl langsam an der Zeit, ein Boot zu bauen und von jeder Sorte Bier zwei Flaschen mitzunehmen“.



Während der ein oder andere den Regenblues mitsummte, wurde in Homburg gefeiert. Dort regneten nämlich Ruhm und Ehre auf die Karlsberg-Brauerei herab. Zuerst kam frohe Kunde aus München: Das Ur-Pils aus der Homburger Brauerei holte Bronze in der Kategorie „German-Style Pilsner“. 2151 Bieren aus 46 Ländern wurden zuvor in 60 Kategorien verkostet. Pils wird dabei in zwei Kategorien verkostet: im deutschen und im böhmischen, also tschechischen Stil der gepflegten Braukunst.

Kurz darauf durfte Karlsberg melden: „Wir haben auch noch beim World Beer Award abgeräumt!“ Die Preis für die weltweit besten Biere haben zwar andere Brauereien eingeheimst. Aber die internationale Jury kam zu dem Ergebnis: Das Helle von Karlsberg „ist das beste Helle aus Deutschland“. Und in der Deutschland-Pils-Wertung kam das Ur-Pils auf Platz zwei. „Wenn’s läuft, dann läuft’s!“, freuen sich die Karlsberg-Brauer aus der Kreisstadt in der Saarpfalz.

Wobei in Homburg, aber auch bei Bruch in Saarbrücken gerade ein ganz anderer Bierstil vom Verpackungsband läuft und teilweise sogar schon im Handel: Bock.

Das hat der beim World Beer Award, erfolgreichste deutsche Brauer zwar nicht im Angebot, dafür darf sich der Saarbrücker Markus Berberich aber über gleich neun Goldmedaillen freuen. Denn in gleich acht Bierstilen hat er deutschlandweit die Nase vorn. Und sein Sauerbier ist aktuell sogar das beste der Welt. Berberich braut allerdings, ich habe das an dieser Stelle schon einmal erwähnt, nicht im Saarland, sondern auf der Insel Rügen, wo er nach Stationen bei Becker in St. Ingbert, Bruch in Saarbrücken und Störtebeker in Stralsund vor gut zwei Jahren seine Insel-Brauerei gegründet hat.

Wenn man alleine die paar Tausend Biersorten nimmt, die bei den weltweiten Verkostungen in die Endrunden kommen, dann müsste das Boot, in das meine Bekannte je zwei Flaschen laden will, schon ziemlich groß sein. Aber wir Saarländer wissen ja nicht erst seit der Bewertung durch internationale Tester, für welche Biere in unserer Arche auf jeden Fall Platz sein muss.

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