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Saarbahn und Bus
Das Bus-Elend beenden

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Auch in dieser Woche haben Menschen aus Saarbrücken und dem Umland wieder an Bus- und Saarbahnhaltestellen gestanden und lange, teilweise vergeblich gewartet. Und Zeit gehabt, sich Fragen zu stellen: Wieso kriegt es Saarbrücken nicht hin, einen einigermaßen verlässlichen öffentlichen Busverkehr zu organisieren? Von Martin Rolshausen

Wie lange wird es noch dauern, bis selbst die Gutwilligen nicht mehr zur Haltestelle gehen, sondern sich lieber ins Auto setzen? Und was passiert mit denen, die sich ein Auto nicht leisten können, wenn immer weniger Menschen Busse und Bahnen nutzen und er noch unrentabler wird, als er eh schon ist? Wie kann es sein, dass die Leistung nicht stimmt, aber dennoch der volle Preis für die Fahrkarten verlangt wird? Und wieso kommen die Verantwortlichen mit all dem durch?


Die Antwort aus dem Management der Saarbahn GmbH war diese Woche dieselbe wie schon seit Monaten: Man habe nicht genug Busfahrer. Man suche händeringend Personal. Saarbahn-Sprecherin Ulrike Reimann, die mit immer derselben Antwort vorgeschickt wird, ist ebenso wenig zu beneiden wie die Busfahrerinnen und Busfahrer, die den berechtigten Ärger der Kunden abkriegen, obwohl sie die falsche Adresse dafür sind.

Die richtige Adresse hat diese Woche mal wieder so getan, als sei sie so hilflos wie die Menschen, die an den Haltestellen rumstehen. Die Politikerinnen und Politiker, die im Stadtrat und im Aufsichtsrat der Saarbahn dafür sorgen sollen, dass der Nahverkehr funktioniert. Nur die Grünen kamen aus der Deckung. Und zwar mit dem Vorschlag, dass man die Arbeitsbedingungen der Busfahrer verbessern muss, um neue Leute zu bekommen. Das ist ein guter Vorschlag. Aber er ist nur heiße Luft, so lange die Politik, an ihrer Spitze Oberbürgermeisterin und Saarbahn-Aufsichtsratsvorsitzende Charlotte Britz, nicht sagt, wie das bezahlt werden soll. Saarbahn und Bus fahren bereits jetzt rund 15 Millionen Euro Miese pro Jahr ein. Vielleicht sollten die Wartenden im Rathaus anrufen und nicht beim Saarbahn-Beschwerdetelefon.