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Fußballfloskeln
In China haben sie Butterhände

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Was wäre Fußball ohne all seine Floskeln und die schrägen und schiefen Sprachbilder? Jedenfalls weniger lustig. Von Jörg Wingertszahn

Einer der unvergessenen Sprachprofis ist nach wie vor Franz Beckenbauer: „Die Schweden sind keine Holländer, das hat man ganz klar gesehen.“ Wo er Recht hat, hat er Recht.


Aber andere Nationen stehen uns da in nichts nach. Ein Torwart, der nichts hält, gilt in Deutschland als Fliegenfänger. In Brasilien würde man ihn „Salathand“ nennen, während man in Ungarn von einem „Schmetterlingsjäger“ spricht, in der Türkei dagegen von einem „Fliegenden Büffel“. Die Chinesen ihrerseits sprechen dann von „Butterhänden“.

„Jemanden nass machen“ heißt aus dem Schwedischen übersetzt „Jemanden zum Hot-Dog-Stand schicken“, während die Holländer meinen, da würde jemand in den Wald geschickt, in Bulgarien ist es dagegen der Bierstand.



Schön sind auch die Übersetzungen von „in den Winkel schießen“. In Brasilien heißt das „dahin schießen, wo die Eule schläft“. In Frankreich schießt man dagegen „ins Dachfenster“.

Ob der Franz das gewusst hätte? Egal. Er hat ja seine eigenen Weisheiten: „Ja gut, es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage.“