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Die Trofeo fördert die gute Nachbarschaft

Die Trofeo fördert die gute Nachbarschaft

Großrosseln/St. Nikolaus. Die neongelben Kleckse knallen ins Auge. Eine (ein)leuchtende Sache: In diesen Trainingsjacken sind die "Rosseler Kurvekratzer" nicht zu übersehen. Die Mitglieder des Großrosselner Radclubs haben sich dicht an der Ziellinie postiert, um die Trofeo-Spitzensportler am Ende der Etappe durch den Warndt kräftig anzufeuern

Großrosseln/St. Nikolaus. Die neongelben Kleckse knallen ins Auge. Eine (ein)leuchtende Sache: In diesen Trainingsjacken sind die "Rosseler Kurvekratzer" nicht zu übersehen. Die Mitglieder des Großrosselner Radclubs haben sich dicht an der Ziellinie postiert, um die Trofeo-Spitzensportler am Ende der Etappe durch den Warndt kräftig anzufeuern. Dabei lassen sie sich auch nicht von der widrigen Witterung abhalten: "Wir sind wie jedes Jahr dabei", bekräftigen Hertha Reutler und Rosi Kolassa. Die beiden "Kurvekratzerinnen" haben sich vor dem Regen unter den Bierstand geflüchtet. Noch sind die jungen Radprofis schließlich nicht in Sicht. Denn die wollen sich die Damen auf gar keinen Fall entgehen lassen: "Vor allem auf die beiden Saarländer Michael Hümbert und Robin Jose sind wir gespannt", verraten die beiden.Auf das Sportereignis am Samstagnachmittag freuen sich aber nicht nur die Radsportliebhaber, sondern auch das restliche Großrosselner Publikum, das zum Feiern in die Karlsbrunner Straße gekommen ist. Hinter den Absperrungen am Straßenrand warten zahlreiche Zuschauer, die abwechselnd in die Tröte blasen oder in die Rostwurst beißen, und sich vom schlechten Wetter die gute Laune nicht vermiesen lassen.Das können auch Katja Trunzler (16), Lena Trunzler (14), Angela Wiesen (13) und Melissa Wiesen (16) so bestätigen: "Die Stimmung ist super." Bei Cola und Limonade warten die vier Mädels auf die knackigen Jungs, die quasi vor ihrer Haustür vorbeirasen. Einen bestimmten haben sich die Cousinen aber nicht rausgesucht: "Wir feuern jeden an", beteuern sie und lachen."Ziemlich knackig", findet Jan Latz hingegen die zehnprozentigen Steigung, die seine Vorbilder gleich drei Mal bewältigen müssen. Der Zehnjährige fährt seit einem Jahr bei den Warndt-Bikern und ist extra mit dem Rad aus Wadgassen gekommen, um das letzte Stück der Etappe selbst "probezuradeln". Fazit: "Der Schlussanstieg hat es ganz schön in sich."Das sieht Ramona Schuler genauso: "Der Fahrer, der am Schluss gewinnt, hat's mit Sicherheit verdient", meint die Großrosselnerin, die zusammen mit ihren Straßennachbarn "zum gemütlichen Beisammensein" im Bierzelt der Wandergruppe "Steile Wand" sitzt - und dort auch nach Rennschluss kräftig weiterfeiert: "Bei uns wird es heute spät."Genau wie in St. Nikolaus: Dort hat die heimische Interessengemeinschaft kurzerhand ein kleines Dorffest auf die Beine gestellt - mit großem Zulauf, wie der Vorsitzende Berndt Kohler erzählt: "Zu uns kommen auch viele Leute aus den umliegenden Orten." So fördert die Trofeo ganz nebenbei auch noch gute Nachbarschaft. Und beim gemeinsamen Feiern, so Kohler, zeigen die Zuschauer mindestens so viel Durchhaltevermögen wie die Radprofis: "Wir machen heute Abend weiter, bis nix mehr geht."