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Coronavirus: Immer mehr Infizierte in Saarland und Rheinland-Pfalz

Coronavirus : Immer mehr Infizierte im Saarland und Rheinland-Pfalz

Die Ausbreitung des Coronavirus unter den SAP-Mitarbeitern am Standort St. Ingbert veranlasst den Software-Konzern zu weitreichenden Maßnahmen. Wie Unternehmenssprecher Björn Emde am Sonntag mitteilte, schließt SAP bis auf Weiteres den kompletten Standort mit seinen rund 800 Mitarbeitern und lässt die Bürogebäude desinfizieren.

Neben den Beschäftigten, die ohnehin im Home-Office arbeiten, hält das Unternehmen nun auch die übrigen Mitarbeiter an, von zuhause aus zu arbeiten. Bei SAP in St. Ingbert gibt es mittlerweile drei nachgewiesene Corona-Fälle, wie Emde bestätigte. Die beiden Neuinfizierten, ein Mann aus dem Saarpfalz-Kreis und ein weiterer aus dem Landkreis Merzig-Wadern, hatten nach Angaben des saarländischen Gesundheitsministeriums Kontakt zu dem im lothringischen Boulay lebenden SAP-Mitarbeiter, der bereits zuvor positiv auf das Virus getestet wurde. Er hatte sich den Erkenntnissen zufolge bei einer religiösen Großveranstaltung mit 3000 Teilnehmern nahe Mülhausen im südlichen Elsass angesteckt.

Im Saarland ist die Zahl der positiv auf das Coronavirus Getesteten durch die beiden neuen Fälle laut Gesundheitsministerium am Wochende von drei auf fünf gestiegen. Außerdem gibt es einen Verdachtsfall aus dem Landkreis St. Wendel bei einer Frau aus Freisen, die in Südtirol beim Ski-Urlaub war, wie das Landratsamt mitteilte. Das endgültige Testergebnis soll an diesem Montag vorliegen.

Junge Union und Schülerunion Saar fordern unterdessen von Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) eindeutige und verlässliche Vorgaben für Lehrer und Schüler, ob geplante Klassenfahrten trotz der zunehmenden Ausbreitung des Cononavirus stattfinden sollen. „Niemand weiß, ob es angesichts der aktuellen Lage verantwortlich ist, unsere Schülerinnen und Schüler auf Klassenfahrt zu schicken“, schreiben Junge-Union-Landeschef Johannes Schäfer und Schülerunions-Vorsitzende Klara Zimmermann in einer gemeinsamen Erklärung. „Den Lehrerinnen und Lehrern die große Verantwortung für diese Entscheidung zu übertragen, ist aus unserer Sicht unverantwortlich.“ Auch sei es völlig unklar, wer die Kosten der Stornierung von Reisen trägt, falls eine Schule sich dazu entschließt, Klassenfahrten abzusagen.

In Rheinland-Pfalz bleiben wegen der Zunahme der Coronavirus-Infektionen vorsorglich sieben Schulen geschlossen. Neben Einrichtungen in Andernach und Koblenz soll nach Angaben der Schulaufsicht der Standort Wachenheim der Integrierten Gesamtschule (IGS) Deidesheim sowie die im gleichen Gebäude untergebrachte Grundschule zunächst für eine Woche geschlossen bleiben. In Wachenheim im Kreis Bad Dürkheim war das neuartige Coronavirus bei einem Lehrer der IGS nachgewiesen worden.

Das Gesundheitsministerium in Mainz hatte am Sonntagvormittag von bislang 19 nachgewiesenen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Rheinland-Pfalz berichtet. Am Nachmittag gab der Chemiekonzern BASF zudem bekannt, dass einer seiner Mitarbeiter am Standort Ludwigshafen positiv getestet wurde.

Gute Nachrichten gab es aus Kaiserslautern: Dort wurden im Umfeld der bislang vier in der Stadt bekannten Coronavirus-Infektionen keine weiteren Fälle festgestellt. Auch sämtliche engen Kontaktpersonen einer 20-Jährigen, bei der die Behörden am Donnerstag häusliche Quarantäne angeordnet hatten, seien negativ getestet worden. In einigen Fällen stehe allerdings die Zweitkontrolle noch aus, sagte eine Sprecherin der Kreisverwaltung Kaiserslautern am Sonntag.