Meilenstein auf dem Weg in den Beruf

Das Aquis-Projekt „Meilenstein“ richtet sich an junge Menschen bis 25 Jahre, die schwierige Umfeldbedingungen haben und in den Beruf wollen. Sie befinden sich im Leistungsbezug des Jobcenters. Gestern gab's Informationen dazu beim Tag der offenen Tür.

Dass in diesem Raum gearbeitet wird, das sieht man gleich: Hier und da stehen Farben rum, auf einem kleinen Regal beeindruckt gleich eine ganze Reihe von bunten Pop-Art-Kunstwerken. Das ist das "Reich" von Jérôme End, Anleiter beim Aquis-Projekt "Meilenstein". Aquis steht für die kreiseigene Gesellschaft "Arbeit und Qualifizierung im Saarpfalz-Kreis ". Die sorgt neben zahlreichen weiteren Aktivitäten mit dem Programm "Meilenstein" (früher "Stabil"), dafür, dass Jugendliche und junge Erwachsene mit schwierigen Umfeldbedingungen einen sechsmonatigen Einblick in die Arbeitswelt erhalten. Dafür sind in den Räumen des Projektes in der Beeder Straße neben Jérôme End drei weitere Anleiter und Anleiterinnen verantwortlich, vermittelt werden Berufsinhalte aus den Bereichen "Friseur und Kosmetik", "Hauswirtschaft und Gastronomie", "Farb- und Raumgestaltung" sowie "Verkauf, Logistik und Büro".

Für Anleiter Jérôme End, von Hause aus gelernter Fahrzeuglackierer, ist die Aufgabe bei "Meilenstein" klar, "ich bringe den jungen Leuten das Berufsbild des Malers und Lackierers näher, orientiert am ersten Lehrjahr. Wir versuchen das aber ein bisschen spannender zu gestalten." Beim Tag der offenen Tür von "Meilenstein" konnte man sich davon gestern überzeugen, zusammen mit Teilnehmerin Isabelle Behrens arbeitete er an allerlei Kreativem zum Thema Halloween.

Doch wer kann sich vom Projekt "Meilenstein" eigentlich helfen lassen? Die Antwort auf diese Frage und auf einige mehr gaben gestern am Rande des Tages der offenen Tür Anja Lange, Prokuristin der Aquis, und Katharina Gries, Mitarbeiterin in der Konzeptentwicklung der Gesellschaft. "Wir betreuen Jugendliche und junge Erwachsene bis zu einem Alter von 25 Jahren, die sich im Leistungsbezug des Jobcenters befinden. Das bedeutet, dass uns das Jobcenter diese Jugendlichen vermittelt, Jugendliche, die eine gewisse Problematik aufweisen", erläuterte Anja Lange, "also fehlender Schulabschluss, Drogenproblematik, Wohnungslosigkeit. Diese Jugendlichen finden hier einen Halt." Diesen Anforderungen entsprechend gehörten auch Sozialarbeiter mit zum Team von "Meilenstein". Damit, ergänzte Katharina Gries, werde zudem neben beruflichen Qualifikationen auch die Sozialkompetenz der Teilnehmer gefördert.

All das sei, das machte Anja Lange deutlich, kein isoliertes Projekt. "Wenn die Maßnahme von einem Teilnehmer regulär beendet wird, dann schauen wir natürlich, dass es einen nahtlosen Übergang gibt, sei es in eine Ausbildung, eine weitere Einstiegsqualifizierung oder in eine andere Maßnahme."

Insgesamt 40 Teilnehmer kann das Programm "Meilenstein" betreuen, "finanziert wird das Ganze vom Europäischen Sozialfonds (ESF) und vom Jobcenter des Saarpfalz-Kreises", erklärte Katharina Gries. Und vor allem auch in Richtung des ESF werde Rechenschaft über den Erfolg abgelegt. Und gibt es diesen Erfolg? Ist das Projekt für die Verantwortlichen mehr Frust als Lust? Die Antwort von Anja Lange: "Es ist eher Lust. Denn jeder Jugendliche, den wir erfolgreich unterstützen, ist etwas Positives. Und das gibt Kraft, um weiterzumachen."

Zum Thema:

Auf einen Blick Mit dem Projekt "Meilenstein" verfolgt die kreiseigene "Aquis" das Ziel, Jugendliche und junge Erwachsene - teils ohne Schulabschluss, teils nach langjähriger Arbeitslosigkeit - zu aktivieren und eine berufliche Eingliederung zu ermöglichen. Dazu erhalten die Teilnehmer Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder und werden auch durch den Einsatz von Sozialarbeitern zusätzlich gefördert. Finanziert wird das Programm vom Europäischen Sozialfonds (ESF) und vom Jobcenter Saarpfalz-Kreis . thw