„Niemandsland“ bleibt gesperrt

Für Ortsvorsteherin Lydia Schaar ist klar: Es muss eine Lösung her. Der Pfad von der Hauptstraße zur anderen Bachseite, von vielen gern genutzt, ist gesperrt und bleibt es. Die Stadt sieht aus Sicherheitsgründen keine Chance zur Öffnung.

Für einige Oberwürzbacher ist es eine lieb gewonnene Gewohnheit, die Strecke von der Hauptstraße auf die andere Seite des Baches über einen Weg abzukürzen, der seinen Anfang zwischen den Anwesen Hauptstraße 108 und 110 nimmt. Ist er im vorderen Teil breit und eben, ist er im mittleren Bereich geprägt von Unebenheiten und mangelnder Pflege. Seit einiger Zeit ist er gesperrt und ein Fußgänger ist dort auch schon gestürzt. Nicht erst seitdem war der Pfad immer wieder Diskussionsthema im Ortsrat. "Es muss eine Lösung gefunden werden", sagte Ortsvorsteherin Lydia Schaar bei einem Vor-Ort-Termin vor der Ortsratssitzung am vergangenen Dienstag.

Während einige Bürger der Meinung waren, es müsste lediglich mal gemäht werden, erklärte Christian Lambert von der Abteilung Umwelt und Biosphäre der Stadt vor Ort, dass dies nicht genüge. Vielmehr sehe er derzeit aus Sicherheitsgründen keine Möglichkeit, die provisorische Absperrung zu beseitigen, um den Durchgang auf dem "geduldeten Niemandsland" wieder zu ermöglichen. "Eigentlich müsste ein solcher Weg zwei Meter breit sein, was er hier nicht ist. Außerdem geht er an der Böschung entlang. Da muss man ab 90 Zentimeter Höhenunterschied eine Absturzsicherung machen, das ist bindend", so Lambert. Das zu bewerkstelligen sei wegen des Abfangens der Schräge, der anschließend notwendigen Auffüllung und der Sicherung ein dreiteilig zu beantragendes Projekt und demzufolge eine investive Maßnahme. Dafür gebe es laut Schaar im laufenden Haushalt keine Positionen, zumal in Oberwürzbach derzeit viele andere Investitionen getätigt werden oder noch anstehen, die wichtiger sind.

Wie die Mitglieder des Ortsrates einschätzten, werde der Weg meist von Anliegern genutzt, die lediglich ihre nahe gelegenen Grundstücke erreichen wollen, welche auch mit der Sperrung erreichbar sind. Deshalb sei die Wegeöffnung im Bereich des Multifunktionsfeldes nicht zwingend notwendig. Wolle man zur Dorfmitte am Bach oder darüber hinaus, könne man die anderen zwei offiziellen Wege nutzen. "Die Priorität ist die Verkehrssicherung, das war den Leuten wichtig", so Dunja Sauer (SPD ), die die Anfrage zur Zukunft des Weges gestellt hatte.

Der Durchgang zur Dorfmitte am Bach an dieser Stelle bleibt also gesperrt. Vom Zugang in der Hauptstraße wird ein Schild mit dem Hinweis angebracht, dass es eine Sackgasse ist und dort kein Winterdienst gemacht wird. Man wolle laut Ortsrat nun abwarten, wie die Reaktionen der Dorfbevölkerung auf die Maßnahme ausfallen. Werde die Sperrung akzeptiert, könne man den Bereich zwischen Multifunktionsfeld und Kindergarten später abböschen und einsäen. "Dann kommt gar keiner mehr auf die Idee, dort langlaufen zu wollen", so Christian Lambert.