Über den Tellerrand schauen

Die Premiere des Saarbrücker Turn- und Sportkongresses war ein Erfolg. So kamen 540 Teilnehmer zur Sportschule, um bei Vorträgen, Workshops und Mitmachangeboten „sich von anderen etwas abzuschauen“ – wie es Turner-Präsident Franz Josef Kiefer formulierte.

Fast 140 Workshops mit 50 Referenten aus ganz Deutschland. Vorträge , Mitmachangebote und intensiver Austausch vor Ort. Der erste Saarbrücker Turn- und Sportkongress des Saarländischen Turnerbundes (STB) wartete am vergangenen Samstag und Sonntag mit einem prall gefüllten Programm auf - und mit 540 Teilnehmern.

Ehrenamtliche, Vorstände, Übungsleiter, Trainer und Interessierte bevölkerten die vielen Schauplätze auf dem Gelände der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken . In den Pausen zwischen den Workshops herrschte dort ein großes Kommen und Gehen.

Aline Schmitt aus Wahlschied war zunächst beim Pilates. Danach ging es weiter mit Übungen im Seilspringen, was neuerdings auch Rope Skipping genannt wird. Es folgte eine Gymnastik-Einheit im Bereich Propriozeptive Neuromuskuläre Faszilitation (PNF). Zum Abschluss wollte die 22-Jährige das Angebot "Yoga für den Rücken" wahrnehmen - das zeigte ihr individueller Kongress-Planer auf. "Rope Skipping war sehr gut, PNF auch sehr interessant", sagte Schmitt, die "eher das Praktische" bevorzugt. Auch ohne einen der vielen Vorträge besucht zu haben, zog sie ein positives Fazit: "Ich habe viel Neues mit auf den Weg bekommen. Und ich habe auch darauf geachtet, dass ich Angebote auswähle, die ich bisher nicht so kannte. Daher hat es sich für mich voll gelohnt."

Das Motto des Turn- und Sportkongresses "Schaut über den Tellerrand!" hatte sich nicht nur für Aline Schmitt, sondern auch für viele andere Teilnehmer erfüllt. Und zudem für den STB.

"Auch wir wollen über den Tellerrand schauen", erklärte STB-Präsident Franz Josef Kiefer : "Kooperieren ist das Gebot der Stunde. Man muss sich nichts vormachen: Wir befinden uns in einer Situation, in der die Ressourcen enger werden." Es gehe deshalb auch darum, "sich von anderen etwas abzuschauen. Was sportliche Aspekte angeht, aber auch in organisatorischer Hinsicht", meinte Kiefer.

Der STB-Präsident freute sich über die vielen Teilnehmer: "Die Resonanz war in meinen Augen überwältigend. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele kommen. Die 540 Teilnehmer sind eine stolze Zahl." Die meisten zeigten sich angetan. So wie Helmut Dreßler: "Ich finde die Veranstaltung sehr gut, weil sie so weit gesteckt ist. Da ist für jeden etwas dabei und man kann schließlich immer noch etwas dazulernen", sagte der 78-Jährige, der seit 38 Jahren Vorsitzender der BSG Riegelsberg ist. Er hatte seine Kongress-Tour mit einem Vortrag zum Thema "Integration von Zugewanderten - Chance für die Zukunft" begonnen. "Das war sehr interessant", lobte Dreßler, der sich auch von den Workshops "Aquafit im Flachwasser" und "Bewegung, Spiel und Sport in der zweiten Lebenshälfte" begeistert zeigte.

Zweite Auflage geplant

Kiefer betonte auch, dass es mit Sicherheit zu einer Neuauflage des Kongresses kommen werde. Zunächst gehe es aber darum, die Premiere auszuwerten und "Kooperationsmöglichkeiten auszuarbeiten". Vor gut einem Jahr reifte die Idee, einen solchen Turnkongress umzusetzen. Anfangs habe er "Bedenken gehabt, da wir in diesem Jahr auch ein Landesturnfest hatten". Doch die positive Resonanz zeige, dass sich der große Aufwand gelohnt hat.

Beim Turn- und Sportkongress an der Saarbrücker Sportschule konnten die 540 Teilnehmer nach dem Motto „Schaut über den Tellerrand!“ zahlreiche Mitmachangebote ausprobieren. Fotos: Guldner/STB.

In die Organisation waren involviert: Landessportverband für das Saarland , Saarländischer Turnerbund , Behinderten- und Rehabilitationssportverband Saar, Saarländischer Landesverband für Tanzsport, Saarländischer Leichtathletik-Bund, Saarländischer Schwimmbund, Turnverband Mittelrhein, Rheinhessischer Turnerbund und das Sportwissenschaftliche Institut der Universität des Saarlandes .