Mehr Service beim Grünschnitt

St. Ingbert. Anfang April hatten Bürger in unsere Zeitung den Wunsch geäußert, ihren Grünschnitt im St. Ingberter Wertstoffzentrum und ohne Extra-Tour zur Kompostieranlage entsorgen zu dürfen. Das Rathaus wehrte damals vehement ab: Ein zusätzlicher Grünschnitt-Container sei nicht sinnvoll, die grünen Reste der häuslichen Gartenarbeiten gehörten auf die Kompostieranlage, hieß es

St. Ingbert. Anfang April hatten Bürger in unsere Zeitung den Wunsch geäußert, ihren Grünschnitt im St. Ingberter Wertstoffzentrum und ohne Extra-Tour zur Kompostieranlage entsorgen zu dürfen. Das Rathaus wehrte damals vehement ab: Ein zusätzlicher Grünschnitt-Container sei nicht sinnvoll, die grünen Reste der häuslichen Gartenarbeiten gehörten auf die Kompostieranlage, hieß es. Doch gestern Vormittag wurde genau ein solcher Grünschnitt-Container der Presse auf dem Wertstoffhof vorgestellt: Probeweise dürfen ihn die Bürger ab sofort für kleine Mengen grüner Abfälle nutzen. Woher der Sinneswandel? Adam Schmitt hatte eine entwaffnend simple Erklärung: "Ich hatte immer dafür plädiert, dass Bürger möglichst viele Abfallfraktionen gleichzeitig bei einer Fahrt zum St. Ingberter Wertstoffzentrum loswerden können. Beim Grünschnitt hat das der frühere Oberbürgermeister aber blockiert." Jetzt seien aber auch auf dem Wertstoffhof neue Zeiten angebrochen, meinte der zuständige Beigeordnete. Das war zugleich eine Steilvorlage für Oberbürgermeister Hans Wagner. "Unbürokratisch gute Lösungen zu finden, das ist das Ziel der Stadtverwaltung", betonte dieser. Das gelte auch für den Service bei der Entsorgung.Was bedeuten aber die Kleinmengen Grünschnitt, auf die das Schild an dem Container verweist? Unter Kleinmenge verstehen die Mitarbeiter des Wertstoffzentrum so viel Grünschnitt, wie sich im Kofferraum eines normalen Pkw unterbringen lässt. Wer seinen Grünschnitt in einem Pkw-Anhänger anliefert, muss hingegen auch weiterhin die städtische Kompostieranlage ansteuern, wohin auch der Inhalt des neuen Containers auf dem Wertstoffhof gebracht wird. Das neue Angebot fürs bei Privaten überschüssige Grünzeug organisiert im Übrigen alleine die Stadt und nicht der EVS. Deshalb dürfen auch nur St. Ingberter kleine Mengen Grünschnitt kostenlos im Wertstoffzentrum loswerden.

Von der Probe beim Grünschnitt-Entsorgen verspricht sich die Stadtverwaltung zwei Effekte: Zum einem könnten die Bürger profitieren, weil ihnen unnötige Wege erspart blieben. Zum anderen hoffen die Verantwortliche aber auch, dass vor allem an den Samstagen die Schlangen vor den Toren der städtischen Kompostieranlage am Waldfriedhof kürzer werden.

Aber nicht nur beim Ausnutzen der Wochentage für Entsorgungsfahrten hofft die Stadt auf die Mithilfe der St. Ingberter. Auch bei der Grünschnitt-Qualität wird mit deren Einsehen gerechnet. Den Grünschnitt-Container hatte der Bauhof nach Angaben von dessen Leiter Christoph Anstadt schon in der vergangenen Woche auf dem Gelände an der Dudweilerstraße platziert. Prompt machte OB Wagner in dem grünen Gewusel, das seither bereits dort landete, einen dicken Steinbrocken aus, der im Grünschnitt nichts verloren hatte. Wagner: "Wir werden in der Probephase auch darauf achten, dass der Container so genutzt wird wie gedacht."

Öffnungszeiten: Wertstoff-Zentrum, Dudweilerstraße 19: Montag bis Freitag von 12 bis 17 Uhr sowie Samstag von 8 bis 16 Uhr; Tel. (0 68 94) 13-6 08 (zu den Öffnungszeiten).

Kompostieranlage am Waldfriedhof: Mittwoch von 14 Uhr bis 18 Uhr und Samstag von 10 Uhr bis 16 Uhr.

"Diesen Service hat Ex-OB Jung vor Monaten noch blockiert."

Adam Schmitt,

Beigeordneter

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