In Rentrisch übernahmen die Hexen die Macht

Fastnacht : Rentrischs Boss ist heimatlos

Hexen übernehmen die Macht im Stadtteil und legen den Ortsvorsteher in Ketten.

(con) Rentrischs Hexen haben‘s schwer, sie haben keine Ortsverwaltungsstelle zum Stürmen mehr. Denn die Schule wird zur Kita jetzt, früher waren sie noch durch den Ort gehetzt. Hatten viele Geschäfte zu besuchen und Kneipen, heute müssen sie bei den Autofahrer das Geld eintreiben. Trotzdem konnten sie an Ihrem Feiertag, dem Donnerstag dem fetten, wieder mal die Stimmung retten. Sperrten die Straße, zogen zum Friseur und ins Lotto-Lädchen, öffneten dann im Sportheim die Türen, um den Ortsvorsteher abzuführen. Der ließ es geschehen, ihm stockte die Stimme, als er anhob zu einer Lobeshymne. Denn zwei der Frauen, die ihn gefangen gesetzt, begeben sich in den Hexen-Ruhestand jetzt. Es Helga und auch die Gisela, wären zwar im nächsten Jahr noch da, awwer nicht mer als Kassiererin und Owwerhex, der Staffelstab geht an die nächst‘.

Die Nachfolgerin steht auch schon fest, doch Dieter Schörkl die beiden Ex-Hex‘ nicht so einfach gehen lässt. Bezirzte sie mit ein paar Blumen und Worten warmen, bis sich alle lagen in den Armen. Rentrischs Boss bedankte sich für die „schönen Festnahmen“ gar und hofft, dass es sie geben wird auch im kommenden Jahr. „Es war nichts gelogen und nix an den Haaren herbeigezogen. Ich danke für die schöne Zeit, nächstes Jahr steh‘n die Hexen wieder bereit“, versicherte Oberhexe Gisela ihm das Wiederkommen der wilden Schar. „Den Schlüssel von der Ortsverwaltung könnt‘ ihr nicht bekommen, den hat mir die Stadt schon vor Monaten abgenommen“, erklärte Schörkl in einem Satz, warum er sich nun hat festnehmen lassen müssen an einem sportlichen Platz. 2020 sei dann der Bau vollbracht und es werde alles besser gemacht. So versprach es der Ortsvorsteher und übergab den Hexen die Macht, damit sie in den nächsten Tagen schaffen, was er nicht vollbracht. Ihr Hexen, stellt bis Aschermittwoch Rentrisch auf den Kopp, darauf ein dreifach Alleh Hopp.

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