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Grünes Refugium mit tönernen Bewohnern

Grünes Refugium mit tönernen Bewohnern

Gerti Karp und Ehemann Martin aus Rentrisch haben ein kleines grünes Paradies zuhause. Während hoch über ihren Köpfen ein Zubringer zur Autobahn führt, hegen und pflegen sie in aller Ruhe ihr Gemüse – unter den Augen von zahlreichen Gartenbewohnern aus Ton, Holz und Metall.



. Ihr Garten sei anders als andere Gärten, schrieb Gerti Karp, als sie uns in ihr grünes Wohnzimmer nach Rentrisch einlud. Auf den mitgelieferten Bildern war dies auf den ersten Blick gar nicht erkennbar, denn neben Büschen, Bäumen, Blumen und der obligatorischen Thuja-Hecke als Abgrenzung zum Nachbargrundstück ließ sich neben einigen dekorativen Blickfängen nichts Außergewöhnliches entdecken. Bis man dann selbst vor Ort ist und Gerti Karp, ihren Mann Martin und natürlich ihren Garten kennenlernt. Denn all diese Komponenten gehören zusammen, um das Besondere dieses grünen Refugiums mit Blick auf den hoch über den Köpfen verlaufenden Autobahnzubringer zu erfassen. Es sind wohl weniger die Stauden, die Stachel- oder Johannisbeersträucher, Kirsch- und Apfelbäume, der kleine Gemüsegarten mit allerlei Suppengemüse, verschiedenen Salaten und Buschbohnen, die bereits verarbeitet wurden. Auch nicht der Chicoree oder das Hochbeet, die den Karpschen Garten zu etwas für die Besitzer Einzigartigem machen, sondern die liebevoll drapierten, zum Teil selbst gefertigten tönernen, hölzernen oder schmiedeeisernen "Gartenbewohner" und Hingucker, die alle ihre eigene Geschichte haben oder wiederum selbst als "Aufhänger" für eine ihrer Mundarterzählungen dienen. Und weil das Freiluftwohnzimmer in Gerti Karps Leben eine wichtige Rolle spielt, kam "de Gaarde" auch im Titel ihres ersten Buches zu Ehren, in dem es unter anderem ums Raasemähe, de Migge oder s'Droggemeiersche ging.

Dieser Garten ist auch dann noch inspirative Quelle, wenn andernorts schon der florale Winterschlaf eingesetzt hat. Es gab wohl kaum einen handwerklichen Kurs, den Gerti Karp noch nicht besucht hat. Die kreativen Ergebnisse sind im grünen Outdoor-Wohnzimmer oder auf dem Balkon überall präsent. Da sind unter anderem keck dreinblickende Hasen aus Ton, Äämedds, also Ameisen, aus Metall, das neueste Kunstwerk Bärlie, eine Ziege, die auf einem Pflasterrondell ihren Platz gefunden hat, und ein besonderes Kunstwerk, das noch auf seine Fertigstellung wartet. Martin Karp, in diesem Fall der Mann fürs Grobe, baute eine Bank, die seine Frau nun mit vielen Mosaiksteinchen zu einer "Spanischen Bank" à la Gaudi aufpeppt. Mittlerweile gibt es gar lebende tierische Besucher bei den Karps, die ihre tönernen "Verwandten" betrachten, so wie die Kröte, die eines Morgens vor der Tür ihrem "sesshaften" Pendant gegenübersaß. Bis hinters Haus kam sie wohl nicht, denn dort wäre sie auf weitere ihrer Namensvettern getroffen. Schließlich gehören die Hüpfer zu den Lieblingstieren der Rentrischerin. Und das nicht nur, weil "grien mei Lieblingsfaarb" ist, wie die 67-Jährige im Buch schrieb. Und weil sie diese "wunnerscheene" Farbe liebt, freut sich Gerti Karp schon jetzt auf die nächste Gartensaison.

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