Frauen fordern ein Umdenken in der Kirche

Frauen fordern ein Umdenken in der Kirche

Beim Dekanatsforum der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands im Thomas-Morus-Haus ging es auch um das Thema der Zulassung von Frauen als Diakoninnen. Dabei gab es viele überraschende Momente für die 80 engagierten Teilnehmerinnen.

"Diakonisch Kirche sein" - so lautete das Thema des Dekanatsforums der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Thomas-Morus-Haus in Homburg-Erbach. Eingeladen hatte das Diözesanleitungsteam rund um die Diözesanvorsitzende Gabriele Heinz und die geistliche Leiterin Marina Hilzendegen, das auch den Nachmittag inhaltlich vorbereitet hatte. 80 Frauen aus dem Dekanat Saarpfalz nahmen an dem Angebot teil und wurden nicht enttäuscht.

Die derzeitige Diskussion über die Zulassung von Frauen zur geweihten Diakonin sollte mit Fakten, mit biblischen Hintergründen und mit dem diakonischen Engagement von Frauen heute inhaltlich gefüllt werden. Für die Frauen kam es dabei gleich zu mehreren "Aha-Erlebnissen". So wurde in Kleingruppen miteinander besprochen, wie und wo die Frauen selbst diakonisch tätig sind. Das Zusammentragen der Aktivitäten war überwältigend. Denn Frauen engagieren sich in ihren Gemeinden unermüdlich: von Krankenkommunion, über Besuchsdienste, Nachbarschaftshilfe und Hausaufgabenbetreuung bis hin zur Mitarbeit in Suppenküchen und Tafeln - um nur einiges zu nennen - überall sind es Frauen, die die Hauptarbeit leisten.

Die Frauen erfuhren, dass sie mit ihrem Engagement eine gute Tradition fortsetzen. Es gab in der Vergangenheit zahlreiche Frauen, die diakonisch in der Kirche tätig waren - unter anderem Phoebe und Katharina von Siena, was in dem Vortrag zur Entwicklung des Diakonates, von der biblischen Zeit bis zur Neuzeit, noch einmal deutlich wurde.

Was daraus gefolgert werden sollte? Für die Teilnehmerinnen des Dekanatsforums war das keine Frage. Sie fordern die Zulassung von Frauen zur Diakonatsweihe, weil es in der frühen Kirchen schon Diakoninnen gegeben hat, es Frauen sind, die einen Großteil der diakonischen Arbeit wahrnehmen, Gott den Menschen als Mann und Frau schuf und dadurch beide Geschlechter auf ihre individuelle Art das Diakonat mit Leben füllen können. Nicht zuletzt finden sie: Die Zeit ist reif und schon zu lange werden Reformen in der Katholischen Kirche hinausgezögert.

Die gemeinsame Wortgottesfeier zum Schluss fasste noch einmal alles Gehörte zusammen und rundete einen gelungener Nachmittag in Homburg ab, bei dem kfd-Frauen vor Ort für angenehme Atmosphäre und das leibliche Wohl bestens gesorgt haben.