Ein Baustein für mehr Bürgernähe

Städte und Gemeinden sollten idealerweise einerseits eine schlanke Verwaltung haben, andererseits aber auch die notwendige Größe und Struktur besitzen, um die anfallenden Aufgaben effizient zu bewältigen. Die Verwaltung sollte außerdem bürgernah und bürgerfreundlich gestaltet sein.

Das würde so landauf, landab jeder Verwaltungschef und jede Bürgermeisterin wohl unterschreiben. Einen weiteren Mosaikstein für Bürgernähe haben in dieser Woche die Gersheimer in ihre Verwaltung eingebaut: Bürgerinnen und Bürger, die auf Grund Gebrechlichkeit, Erkrankung oder Behinderung nicht in der Lage sind, das Rathaus persönlich aufzusuchen, können das "Mobile Rathaus" in Anspruch nehmen. Ein Mitarbeiter der Verwaltung vereinbart einen Termin mit einem Bürger und besucht ihn zu Hause, um die Formalitäten zu erledigen. Laut Bürgermeister Alexander Rubeck wurden in den neuen Service lediglich 3900 Euro für einen Laptop und einen speziellen Drucker investiert. Der neue Bürgerservice in der kleinen Gemeinde mit knapp 7000 Einwohnern ist gewiss eine Hilfe, die von manchem gerne in Anspruch genommen wird. Doch nicht nur Gebrechlichkeit, Krankheit oder Behinderung sind denkbare Gründe, warum jemand nicht den Weg ins Rathaus findet. Wer sich noch nie im Leben um solche Dinge kümmern musste, weil der gerade verstorbene Partner das immer getan hat, oder sich aus anderen Gründen schwer tut, bürokratische Dinge vor Ort zu regeln, hat hier einen Ansprechpartner in gewohnter Umgebung. Gerade in ländlichen Kommunen mit vielen verstreut liegenden Orten, wo Menschen auch noch auf den Bus angewiesen sind, eine sinnvolle Alternative. Mit Blick auf die demographische Entwicklung ist das Ganze ein weiterer Schritt, um das Rathaus fit zu machen für die Herausforderungen der Zukunft.