Fehlende Kunst der Beurteilung

Kantorei-KonzertFehlende Kunst der BeurteilungZu: "Licht und Schatten eng beieinander", SZ vom 2. April:Presse hat objektiv und umfassend zu informieren. Kritik zeichnet sich hierbei durch die Fähigkeit und Kunst der Beurteilung aus

Kantorei-Konzert

Fehlende Kunst

der Beurteilung

Zu: "Licht und Schatten eng beieinander", SZ vom 2. April:

Presse hat objektiv und umfassend zu informieren. Kritik zeichnet sich hierbei durch die Fähigkeit und Kunst der Beurteilung aus. Diesen Ansprüchen wird die Kritik von Wolfram Adolph über die von der evangelischen Kantorei am Karfreitag dargebotene Johannespassion nicht gerecht.

Die grandiose Einleitung des "Herr, unser Herrscher" war an Leidenschaftlichkeit im Ausdruck, an leuchtender Klarheit und Präzision nicht zu überbieten und stellte in der bisherigen Arbeit der Kantorei einen beeindruckenden Höhepunkt dar. Die intensive und tagelange Vorbereitung der evangelischen Kantorei auf dieses Konzert hat sich vom ersten bis zum letzten Takt erlebbar gelohnt und hat mit der Aufführung zu einer glanzvollen Verabschiedung ihres verdienten Chorleiters geführt. Mit der Schlussbemerkung, dass diese Karfreitagmusik dem zahlreich erschienenen Publikum "gleichwohl offenbar sehr imponiert" habe, hebt sich Herr Adolph von einer durchaus sachkundigen Zuhörerschaft sehr weit ab.

Völlig unerklärlich und unentschuldbar ist es, wenn in der Kritik drei von sechs Gesangssolisten gänzlich unerwähnt bleiben, nämlich Anne Kathrin Fetik, Sopran, Angela Lösch, Alt und Adolph Seidl, Bass. Ihnen sei wenigstens von dieser Stelle aus in aller Bescheidenheit Dank und Anerkennung gesagt.

Wenn Herr Adolph auch nur von einem Hauch Wohlwollen beseelt gewesen wäre, hätte er es wohl auch geschafft, dem scheidenden Chorleiter Helmut Haag für dessen vieljährige außerordentlich erfolgreiche Arbeit als Leiter der evangelischen Kantorei Anerkennung auszusprechen. Perfekt war diese Darbietung einer Kritik im Ganzen nun wirklich nicht.

Hans Kaden, St. Ingbert

Gehört, aber falsch wahrgenommen

Zu: "Licht und Schatten eng beieinander", SZ vom 2. April:

Meine Osterferien begannen für mich am Karfreitag mit dem Konzert der evangelischen Kantorei St. Ingbert in der Martin-Luther-Kirche. Den Artikel ihres SZ-Mitarbeiters Wolfram Adolph habe ich am gestrigen Sonntagabend gelesen und dabei ist einiges von meiner Erholung auf der Strecke geblieben. Welch ein eloquenter Kritiker ist Herr Adolph augenscheinlich, gut informiert, sicher sehr belesen und ein Kenner der Musik. Aber eines wird er wohl in seinem Kritikerdasein nicht erfahren haben, was es wirklich heißt singen zu dürfen, erfüllt von Klängen und Tönen zu sein, in einem Chor zu stehen, dessen Kraft und Motivation, dessen Freude und Liebe zur Musik an diesem Karfreitag zum Ausdruck kam. Ein Chor, der seit Monaten probt, um Ausdruck und Präsenz ringt und begeisternd vom Dirigenten Helmut Haag durch Bachs Johannespassion geführt wurde. Lieber Herr Adolph, jetzt wende ich mich persönlich an Sie. Können Sie erahnen, wie es mir als Chorsängerin erging, als ich mich in dieser Passion auf einmal gefühlsmäßig als Teil des Strafprozesses erlebte, der zu Jesus Kreuztod führte? Ja, wir alle im Chor waren auf einmal Kriegsknechte und Ankläger und Pharisäer und jeder der Bach-Choräle wurde von uns tief empfunden. Aber das wird sich Ihrer Wahrnehmung entziehen. Sie werden es nicht wissen können, nicht verstehen, nicht fühlen, so wenig, wie man in einem Buch über die Sixtinische Kapelle zwar erblicken kann, was Michelangelo gemalt hat, aber nicht erfährt, wie es an diesem Ort riecht, welche Klänge im Raum herrschen und wie das Licht über die Farben tanzt, ja, das alles ist auch Wahrnehmung und das Wort "Falschnehmung" wäre meines Erachtens der richtige Ausdruck für Ihre Kritik. Aber dieses Wort gibt es leider in unserer deutschen Sprache nicht.

Ulla Schwarz, Blieskastel

Radfahrer

Alternativlose Fahrt

in der Gegenrichtung

Zu: "FDP ist gegen "Geister"-Radler in engen Einbahnstraßen" vom 9. April:

Ja, ich benutze auch den Neunkircher Weg als Radfahrerin in Gegenrichtung, allerdings "nur" zwischen Jägerstraße und der Straße Am Alten Friedhof.Warum? Um in mein Wohngebiet "Roter Flur" zu kommen, (das nicht am Ende der Gustav-Claus-Anlage mit dem ebenen, asphaltierten Fahrradweg liegt). In dem von mir befahrenen Teilbereich des Neunkircher Weges parken die Autos auf "der anderen Seite", sodass es für mich "ungefährlicher" ist. Ein Lob und Danke an die Autofahrer, die angehalten haben, um mich nach links in die Straße Zum Alten Friedhof abbiegen zu lassen. Ein rücksichtsvolles Miteinander ist also (doch!) möglich! Alternativen? Für mich keine! Elversberger Straße, Bürgersteig Neunkircher Weg oder mit dem Rad über den Alten Friedhof?

Annelie Engel, St. Ingbert