Ein Künstler zeigt grazile Linien

St. Ingbert. Wenn Max G. Grand-Montagne an diesem Samstag in seinen Kunstraum in der Rickertstraße einlädt, wird mit Frédéric Joureau auch der saarländische Generalkonsul Frankreich als Ehrengast zugegen sein. Das macht nicht nur wegen Grand-Montagnes französisch klingendem Namen Sinn, sondern es unterstreicht vor allem zwei Dinge: Seit vielen Jahren ist der St

St. Ingbert. Wenn Max G. Grand-Montagne an diesem Samstag in seinen Kunstraum in der Rickertstraße einlädt, wird mit Frédéric Joureau auch der saarländische Generalkonsul Frankreich als Ehrengast zugegen sein. Das macht nicht nur wegen Grand-Montagnes französisch klingendem Namen Sinn, sondern es unterstreicht vor allem zwei Dinge: Seit vielen Jahren ist der St. Ingberter Mitglied der ADAL (Amicale D'Artistes Lorrains) und engagiert sich für die grenzüberschreitende Künstlerzusammenarbeit. Er organisiert deutsch-französische Künstlersymposien und sieht in seiner lichtdurchflutete Galerie ebenfalls einen Ort solcher Begegnungen - insbesondere auch im Mai, wenn dort vom 6. bis zum 24. die beim letzten St. Ingberter Künstlersymposium entstandenen Werke gezeigt werden. Aber auch, wenn seine eigenen konkret minimalistischen Werke im Fokus stehen, rücken neben den deutschen Freunden seiner abstrakten Kunst stets auch einige Franzosen an.

In der aktuellen Ausstellung zeigt Grand-Montagne neue Arbeiten aus 2012 und 2013, die - wie üblich - französische Titel tragen. "Dabei wähle ich stets Titel, die wie "centre rouge" oder "sans soucis" leicht zu verstehen sind", erzählt er und dass das Holz einiger seiner schwarz bemalten Skulpturen aus dem Land um das lothringische Städtchen Bitche stammt. "Diese Werke schaffe ich aus dem Moment heraus und bearbeite sie größtenteils im Freien." Das Ergebnis sind grazile Linien, die sich den Raum als Einzelplastik oder als Linienbündel erobern und in der Art ihrer Gestaltung ein passendes Pendant zu seinen Arbeiten auf Papier und auf Holz darstellen. Dort kombiniert er verschiedene Techniken, druckt in mehreren Arbeitsgängen Holzdruckstöcke auf ein gutes Büttenpapier und geht dann mit schwarzer Farbe nochmals ans Werk, um ihm den letzten Schliff zu verleihen.

Nach wie vor erwächst die große Ausdruckskraft seiner stets als Unikate gefertigten Arbeiten aus der Reduktion der Gestaltungsmittel. Denn er verwendet lediglich die Farben Schwarz und Rot, wenn er wenige Linien oder Flächen aufs weiße Papier setzt. Doch die neuen Werke wirken nichtsdestotrotz ein wenig verspielter und lassen bisweilen gar figürliche Assoziationen zu. "Das hat sich zufällig entwickelt", meint der Künstler, der ausgehend von seinem "petit carré rouge", dem kleinen roten Quadrat, der quadratischen Grundform immer mehr Platz einräumt. So haben seine Papierarbeiten mittlerweile alle das Viereck-Format und folgen auch in der Hängung dieser geometrischen Grundform. Das bringt viel Ruhe in diese Ausstellung und gleicht die innerbildliche Bewegung und die der in und auf Holz gefertigten Arbeiten elegant aus.

"élysée" - Neue Arbeiten auf Papier, Objekte und Skulpturen von Max G. Grand-Montagne. Bis zum 30. April. Künstlergalerie "kunstraum max g.", St. Ingbert, Rickertstr. 1, Mo bis Sa, 9 bis 17 Uhr; So, 14 bis 17 Uhr. Vernissage ist am 6. April um 11 Uhr. Das nächste deutsch-französische Künstlersymposium findet am 15. Juni in St. Ingbert statt. Infos unter www.artistesadal.fr