Fans müssen zu ihrem Verein stehen

St. Ingbert. Verwundert rieben sich die Anhänger des Fußball-Landesligisten SV St. Ingbert an einem Mittwochabend Mitte März die Augen. Nicht wegen des Spiels - das entschied der SV im heimischen Mühlwaldstadion gegen die Nachbarn vom SV Rohrbach 1:0 für sich. Acht Spieltage vor Saisonende dürfen sich die Rot-Schwarzen berechtigte Hoffnungen auf den Verbandsliga-Aufstieg machen

St. Ingbert. Verwundert rieben sich die Anhänger des Fußball-Landesligisten SV St. Ingbert an einem Mittwochabend Mitte März die Augen. Nicht wegen des Spiels - das entschied der SV im heimischen Mühlwaldstadion gegen die Nachbarn vom SV Rohrbach 1:0 für sich. Acht Spieltage vor Saisonende dürfen sich die Rot-Schwarzen berechtigte Hoffnungen auf den Verbandsliga-Aufstieg machen. Für Irritation sorgte vielmehr die Tatsache, dass die kleine aber treue Fangemeinde das Derby im Stehen verfolgen musste, weil die Sitzplätze plötzlich verschwunden waren. "Die Holzbalken waren hinüber. Wenn man sich da drauf gesetzt hat, musste man froh sein, hinterher keinen Splitter im Hintern zu haben", begründet der Vorsitzende des SV, Knut Schubert. Ob es gleichwertigen Ersatz geben wird, ist derzeit völlig unklar. "Wir müssen darüber jetzt mit der Stadt verhandeln", so der Klubchef weiter, der aber mehr als ein Ass in seinem Ärmel sieht: "Vielleicht haben wir bessere Karten auf Ersatz, wenn wir aufsteigen. Zudem unterhalten wir eine große Jugendabteilung mit 200 Kindern und Jugendlichen bei einem Migrantenanteil von 50 Prozent. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Integration."

Sportamts-Leiterin Karin Lorscheider macht den Sitzplatz-Besuchern schon jetzt Hoffnung, wenn auch zunächst nur in Form einer provisorischen Lösung: "Wir werden die Tribüne so herrichten, dass die Zuschauer auch in Zukunft darauf sitzen können." Sobald Frost kein Thema mehr ist, werden Mitarbeiter der Stadtgärtnerei damit beginnen, Fugen zu verdichten, Handläufe an Geländern zu richten und gelöste Steinplatten wieder zu befestigen. Danach geht die Tendenz in Richtung Sitzkissen, die sich die SV-Anhänger in der Stadionklause ausleihen können. Damit die Kosten dafür nicht aus dem Ruder laufen, schlägt Lorscheider vor, Sponsoren für die Kissen zu finden. Vereinsintern läuft diese Suche bereits auf Hochtouren, auch wenn sie auf eine dauerhafte Lösung abzielt. Ob in Form von neuen Holzbänken oder Sitzschalen aus Kunststoff lässt Schubert offen. "Wer Interesse daran hat, uns zu helfen, darf sich gerne bei mir melden", so der Vorsitzende.

Beim genauen Hinsehen drückt der Schuh aber noch an anderen Stellen. Die Aschenbahn rund um den Rasenplatz hat ihre besten Tage genauso hinter sich wie die Fenster in den Umkleidekabinen. Zum Teil werden sie momentan ausgetauscht - kaputt sind sie jedoch alle. Der Laufbahn-Rand wird demnächst von Unkraut befreit und vor neuem Bewuchs geschützt. Was die Maßnahmen kosten, konnte Lorscheider nicht sagen - das hänge von der Arbeitszeit ab. Foto: Oliver Bergmann

"Vielleicht haben wir bessere Karten auf Ersatz, wenn wir aufsteigen."

Knut Schubert, Vorsitzender

SV St. Ingbert

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